Vertragsunterzeichnung für die Fernwärme-Software Grid Insight: Heat (von links): Alexander Sommer, Ludger Hemker (beide Items) und Ludger Schulte (ITS)

Vertragsunterzeichnung für die Fernwärme-Software Grid Insight: Heat (von links): Alexander Sommer, Ludger Hemker (beide Items) und Ludger Schulte (ITS)

Bild: © Items

Die ITS Group übernimmt zum 1. November 2026 den Geschäftsbetrieb der Fernwärme-Software "Grid Insight: Heat" vom IT-Dienstleister Items. Mit dem Produkt wechselt auch das gesamte zuständige Team von Münster zur Dortmunder Unternehmensgruppe. Bestehende Kunden sollen weiterhin von denselben Ansprechpartnern betreut werden.

Grid Insight: Heat wertet Betriebsdaten aus Wärmenetzen aus und verbindet sie mit Prognosemodellen und hydraulischen Simulationen. Fernwärmeversorger können damit unter anderem Betriebszustände analysieren, Erzeugung und Netzbetrieb gemeinsam betrachten sowie mögliche Optimierungen untersuchen.

ITS erweitert Fernwärme-Portfolio

Für Items ist die Übergabe nach eigenen Angaben eine Folge der wachsenden Nachfrage nach der Lösung. Diese gehe inzwischen über den bisherigen Kundenfokus des Unternehmens hinaus.

"Wir haben erkannt, dass wir mit Grid Insight auf sehr großen Bedarf gestoßen sind. Dieser Bedarf geht deutlich über unseren Kundenfokus hinaus und kann von uns nicht bedient werden", erklärt Items-Geschäftsführer Ludger Hemker. Die ITS Group verfüge bereits über eine größere Kundenbasis im Fernwärmebereich und solle die Software künftig weiterentwickeln.

Bei ITS ergänzt Grid Insight unter anderem das Geoinformationssystem Smallworld mit einer Fachschale für Fernwärme sowie das Betriebsmittelinformationssystem Lovion BIS. Letzteres unterstützt technische Arbeitsprozesse und die Verwaltung von Betriebsmitteldaten in Versorgungsnetzen.

Simulation des Netzbetriebs in Echtzeit

Ein Schwerpunkt von Grid Insight liegt auf der hydraulischen Echtzeitsimulation. Damit lassen sich beispielsweise Druckverhältnisse, Fließgeschwindigkeiten und Fließrichtungen in Vor- und Rücklaufleitungen untersuchen. Die berechneten Werte können anschließend mit Messdaten aus dem Netz verglichen werden.

Die Software soll außerdem dabei helfen, Rücklauftemperaturen zu senken. Niedrigere Rücklauftemperaturen können die Effizienz von Wärmenetzen erhöhen und zusätzliche Kapazitäten im bestehenden Netz erschließen.

Ein weiteres Modul erstellt Wärmeprognosen auf Basis von Machine Learning. In die Berechnung fließen unter anderem Wetterdaten sowie Kalender- und Feiertagseffekte ein. Versorger können prognostizierte und tatsächlich abgenommene Wärmemengen miteinander vergleichen und die Qualität der Vorhersagen auswerten.

Strom- und Wärmeerzeugung gemeinsam betrachten

Über ein weiteres Modul lässt sich auch die Erzeugungsstruktur analysieren. Dabei können Plan- und Ist-Werte sowie Kennzahlen wie Betriebsstunden, Wärmemengen und geschätzte Stromerträge miteinander verknüpft werden. Das ist insbesondere für Versorger mit Kraft-Wärme-Kopplung interessant, bei denen Strom- und Wärmeerzeugung gemeinsam optimiert werden müssen.

"Viele unserer Kunden möchten die Wärmewende aktiv angehen und ihre Netze und Erzeugungsanlagen auf Basis vorhandener Daten weiterentwickeln", erklärt ITS-Geschäftsführer Ludger Schulte. Mit der Übernahme will die Unternehmensgruppe damit insbesondere ihre Softwareangebote für die digitale Betriebsführung von Fernwärmenetzen aus bauen.

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