Potsdam, Rodgau, Mössingen, Rügen und Schwerte waren in den vergangenen Jahren Opfer einer Cyberattacke – mit teilweise drastischen Auswirkungen.

Potsdam, Rodgau, Mössingen, Rügen und Schwerte waren in den vergangenen Jahren Opfer einer Cyberattacke – mit teilweise drastischen Auswirkungen.

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Gastbeitrag von
Stefan Karpenstein,
G DATA CyberDefense

Wie steht es um die IT-Sicherheit in Städten und Kommunen? Diese Frage beantwortet die aktuelle Studie "Cybersicherheit in Zahlen" von G DATA CyberDefense in Zusammenarbeit mit Statista und "brand eins". Ein Ergebnis: Fehlendes Personal, veraltete Technik und geringes Budget sind große Hemmnisse auf dem Weg zu mehr IT-Sicherheit. Die Umfrage zeigt, wie widerstandsfähig der öffentliche Sektor ist und wo Nachholbedarf besteht.

Welche Gemeinsamkeiten haben Potsdam, Rodgau, Mössingen, Rügen und Schwerte? Sie liegen in verschiedenen Bundesländern und sind von unterschiedlicher Größe und Struktur. Aber: Alle Fünf waren in den vergangenen Jahren Opfer einer Cyberattacke – mit teilweise drastischen Auswirkungen. Kommunale IT-Strukturen geraten immer stärker ins Visier von Cyberkriminellen, da sie als besonders angreifbar gelten. Grund genug, um sich einen Überblick über die IT-Sicherheit im öffentlichen Sektor zu verschaffen. Gemeinsam mit Statista und "brand eins" hat das IT-Sicherheitsunternehmen G DATA CyberDefense im Rahmen der Umfrage "Cybersicherheit in Zahlen" mehr als 300 Angestellte aus dem öffentlichen Dienst befragt.

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Fehlendes Gefühl für bestehende Gefahren

Die Studie zeigt, dass trotz hoher Bedrohungslage die Hälfte der Arbeitnehmenden in Deutschland das Risiko einer Cyberattacke als gering oder sogar sehr gering einschätzen. Ein Blick auf die Branchen zeigt, dass die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes am wenigsten sensibel für die Gefahrenlage sind: Drei von fünf kommunalen Angestellten (59 Prozent) sehen ein geringes Gefahrenpotenzial durch Cyberkriminalität. Dabei ist jede Mitarbeiterin, jeder Mitarbeiter und auch jede Stadt beziehungsweise jede kommunale Einrichtung ein lohnendes Angriffsziel für Cyberkriminelle. IT-Verantwortliche müssen also noch viel in die Security Awareness der Mitarbeitenden investieren, um diese der Realität anzupassen. Nur damit lassen sich eine effiziente IT-Sicherheitsstrategie planen und die erforderlichen Maßnahmen umsetzen.

Wahrnehmung von Cyberangriffen

Angesichts der zahlreichen bekannten Sicherheitsvorfälle überrascht es nicht, dass fast die Hälfte der Befragten (45 Prozent) von einer Cyberattacke betroffen war oder davon im Kollegenkreis gehört hat. Annähernd ein Drittel der kommunalen Mitarbeitenden kennt Fälle durch den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen. Und immer wieder zieht ein schwerwiegender Angriff, der nicht frühzeitig erkannt oder rechtzeitig eingedämmt wurde, weitreichende Konsequenzen infolge von Systemausfällen nach sich. Bürgerservices sind dann zum Beispiel nicht funktionstüchtig und Wohngeld oder Unterhaltszuschüsse können nicht ausgezahlt werden. Die IT-Infrastruktur ist wochenlang, häufig sogar über Monate nicht funktionsfähig.

Veraltete Technik als Risiko

Ein Grund, warum Cyberattacken so schwerwiegend ausfallen, ist der aktuelle Zustand kommunaler IT-Systeme. Nur zwei von fünf Befragten schätzen diese als modern und gut gepflegt ein. Jeder Fünfte stuft den Zustand der Systeme je nach Bereich sehr unterschiedlich ein. IT-Verantwortliche müssen hier eine komplexe und heterogene Infrastruktur verwalten, was personelle und zeitliche Ressourcen bindet. Mehr als 15 Prozent bezeichnen den Zustand als teilweise veraltet, aber funktional. Was vielen nicht bewusst ist: Gerade veraltete Systeme bieten Cyberkriminellen immer wieder einen einfachen Zugang ins Netzwerk, wenn für Schwachstellen in Anwendungen und Betriebssystemen keine Updates mehr bereitgestellt werden.

Auf dem Weg zu mehr IT-Sicherheit stehen IT-Verantwortliche vor großen Herausforderungen. Die größte Schwierigkeit liegt für mehr als ein Fünftel der Befragten (22 Prozent) im fehlenden Fachpersonal. Auf Platz zwei folgt eine veraltete Technik, was einen Investitionsstau nahelegt. Eine funktionierende IT braucht nicht nur Hardware, sondern auch Software und Betriebssysteme, die immer auf einem aktuellen Stand zu halten sind. Damit einhergehend ist auch die Finanzierung ein Thema: Mehr als15 Prozent nennen fehlendes Budget als größte Herausforderung – angesichts knapper öffentlicher Kassen sicherlich keine Überraschung. Dabei sollten den Verantwortlichen ausreichend Finanzmittel für IT-Sicherheit zur Verfügung stehen, um die richtigen Maßnahmen finanzieren zu können. Ein weiteres Problem ist der Mangel an Fachwissen, der sich genauso negativ auf Security auswirkt, wie zu wenig Personal und ein zu knapp bemessener Etat. 

Mit Dienstleistern zu mehr IT-Sicherheit

Immer mehr Verwaltungen setzen auf die Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern, um die Infrastruktur abzusichern. Dabei profitieren Städte und Kommunen von einigen Vorteilen. So sehen 47 Prozent der Befragten in der Kooperation mit Dienstleistern die Möglichkeit, ein höheres Sicherheitsniveau durch professionelle Lösungen zu erreichen. Oft bringt ein versierter Servicepartner das erforderliche Fachwissen mit, das kommunalen IT-Teams fehlt – zwei von fünf Arbeitnehmenden vertreten diese Ansicht. Dabei sind das Know-how und die Erfahrung wichtige Faktoren für die Erkennung und Einschätzung von Cyberangriffen. 35 Prozent der Befragten sehen den Faktor Zeitersparnis als Vorteil. Gerade durch den bereits dargestellten Fachkräftemängel sind die zeitlichen Ressourcen für die oft umfangreichen Aufgaben in IT-Teams knapp. Die Mitarbeitenden sind in der Regel für den Betrieb einer Vielzahl von IT-Diensten zuständig. Ein Viertel sieht sich durch externe Security-Expertinnen und -Experten zudem bei der Einhaltung von gesetzlichen Vorschriften unterstützt.

Fazit: Der Handlungsdruck bleibt groß

Die Studie zeigt: Der öffentliche Dienst steht weiterhin unter Zugzwang, um seine Systeme umfassend abzusichern. Wer sich von Fachleuten unterstützen lässt, kann auf vielen Ebenen von deren Expertise profitieren und auf diesem Weg, ohne zusätzliches Personal und Expertise, das IT-Sicherheitsniveau verbessern. Angesichts der bestehenden Bedrohungslage sollte das kein Verantwortlicher auf die lange Bank schieben.

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Cybersicherheit in Zahlen zum Download

"Cybersicherheit in Zahlen“ erscheint bereits zum fünften Mal und zeichnet sich durch eine hohe Informationsdichte und besondere methodische Tiefe aus: Mehr als 5.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland wurden im Rahmen einer repräsentativen Online-Studie zur Cybersicherheit im beruflichen und privaten Kontext befragt. Die Fachleute von Statista haben die Befragung eng begleitet und können dank einer Stichprobengröße, die weit über dem branchenüblichen Standard liegt, belastbare und valide Marktforschungsergebnisse im Magazin „Cybersicherheit in Zahlen“ präsentieren. Darüber hinaus haben die Marktforscher Zahlen, Daten und Fakten aus mehr als 300 Statistiken zu einem umfassenden Nachschlagewerk der IT-Sicherheit zusammengeführt.

Interessierte können „Cybersicherheit in Zahlen“ herunterladen.

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