Welche Lösung ist die beste? On-premise, also im eigenen Rechenzentrum, bleiben oder mit SAP den Schritt in die Hyperscaler-Cloud wagen? Oder ein ganz anderer Weg?
Am 22. September 2022 veranstaltet OVHcloud einen Infotag zur SAP-Transformation auf der europäischen Cloud-Alternative für Interessenten aus der Energiewirtschaft im Datacenter in Limburg an der Lahn.

Welche Lösung ist die beste? On-premise, also im eigenen Rechenzentrum, bleiben oder mit SAP den Schritt in die Hyperscaler-Cloud wagen? Oder ein ganz anderer Weg? Am 22. September 2022 veranstaltet OVHcloud einen Infotag zur SAP-Transformation auf der europäischen Cloud-Alternative für Interessenten aus der Energiewirtschaft im Datacenter in Limburg an der Lahn.

Bild: © OVHcloud

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Von:
Jonas Metz,
Manager SAP Alliance
bei OVHcloud


Um den Umstieg in den Cloud-Betrieb von SAP S/4HANA zu erleichtern, hat SAP das Programm "RISE with SAP" ins Leben gerufen, welches die Nutzung von SAP S/4HANA als Managed Cloud Service ermöglicht. Hierbei kooperiert SAP mit vier großen, am Markt etablierten Hyperscalern. Zusätzlich ermöglicht SAP den Betrieb über ihre eigenen Rechenzentren oder als On-premise-Lizenz.

Viele SAP-Anwender sehen sich mit einem relativ kurzen Zeithorizont konfrontiert und stehen vor der Frage, welchen Weg Sie einschlagen sollen: On-premise, also im eigenen Rechenzentrum bleiben oder mit RISE den Schritt in die Hyperscaler-Cloud wagen? Oder gibt es vielleicht einen Plan C?

Stadtwerke in der Zwickmühle

Gerade SAP-Anwender in der kommunalen Energie- und Versorgungswirtschaft sehen sich mit dieser Entscheidung in einem Dilemma. Auch sie müssen auf SAP S/4HANA umstellen. Jedoch begegnen viele dem RISE-Programm mit Zurückhaltung. Sie scheuen davor zurück, ihre Daten und Kernanwendungen einem Cloud-Provider anzuvertrauen, der seinen Hauptsitz außerhalb der deutschen bzw. EU-Jurisdiktion hat und z.B. Gesetzgebungen wie dem US Cloud Act unterliegt – zumal bei ihnen als Betreiber kritischer Infrastrukturen entsprechende KRITIS-Richtlinien zum Tragen kommen, die besonders sensibel hinsichtlich des Datenschutzes sind.

Die Option eines direkten Hostings durch SAP umgeht dieses Problem zwar, ist für viele Stadtwerke jedoch schlicht zu teuer. Das lässt betroffene Stadtwerke häufig weiterhin on-premise bleiben und ihr Upgrade im eigenen Rechenzentrum durchführen.

Diese Entscheidung hat jedoch ihren Preis: Zum einen sind für die Migration zu SAP S/4HANA erhebliche Investitionen in zusätzliche Server-Kapazitäten unumgänglich. Zum anderen muss die Hardware in der Regel alle fünf Jahre erneuert werden. Dies bedeutet hohe Investitionssummen. Bei einer Cloud-Lösung hingegen fallen lediglich die monatlichen Kosten an – es gibt also keine Investitionshürden, sondern nur Betriebskosten.

Vorteile Cloud

Die Vorteile einer Cloud-Lösung gehen über die reinen Kosten hinaus. Auch in puncto physischer IT-Sicherheit sowie Cybersecurity verfügen Cloud-Provider über Ressourcen und Knowhow, welche die meisten Stadtwerke nicht aufbringen können. Nicht zuletzt besteht ein wesentlicher Unterschied in der Energieeffizienz der Rechenzentren – ein entscheidender Punkt, da ein "grüner Fußabdruck" immer wichtiger wird.

Die zentrale Kennzahl ist hier die sogenannte Power Usage Effectiveness (PUE). Sie gibt an, wie effektiv die zugeführte Energie verbraucht wird. Je näher sich der Wert an 1,0 annähert, desto energieeffizenter arbeitet das Rechenzentrum und desto besser ist seine Energiebilanz. Cloud-Provider, die auf die besonders effiziente Wasserkühlung ihrer Server setzen, kommen inzwischen auf PUE-Werte von bis zu 1,09. Ein typisches Rechenzentrum eines Stadtwerks mit herkömmlicher Luftkühlung dürfte eher im Bereich von 1,5 bis 1,7 liegen.

Europäische Alternativen

On-premise oder RISE und dazwischen nichts? Tatsächlich gibt es Alternativen, denen häufig noch zu wenig Beachtung geschenkt wird. Denn es existieren längst etablierte alternative Anbieter, die ihren Sitz in der EU haben, damit allein der DSGVO unterliegen und SAP-zertifiziert sind. So besitzt etwa der größte europäische Cloud-Provider OVHcloud mit Konzernsitz im französischen Roubaix und einem deutschen Rechenzentrum in Limburg die SAP-Zertifizierung in Cloud and Infrastructure Operations für das Hosting von SAP-Umgebungen.

Entscheidet sich ein Stadtwerk für den Cloud-Betrieb über einen EU-Anbieter, gibt es grundsätzlich zwei Bezugsoptionen: Größere Stadtwerke können sich meist leisten, ihre Lizenzen von SAP zu beziehen und SAP S/4HANA dann in Eigenregie in der Cloud zu installieren und zu betreiben.

Das gilt es zu beachten

Kleinere Stadtwerke hingegen, die nicht über diese internen Ressourcen verfügen, können alternativ einen Managed-Service-Provider engagieren, der einen Komplettservice aus einer Hand bietet. Im Endeffekt erhält der Kunde in diesem Modell den gleichen Service wie bei RISE with SAP – mit dem Unterschied, dass alles auf einer europäischen Cloud betrieben wird.
Fällt die Entscheidung auf Plan C, gilt es immer noch, aus einem inzwischen vielfältigen Angebot den passenden Anbieter zu wählen. Folgende Aspekte sind dabei zu beachten:

  • SAP-Zertifizierung: Der wichtigste Punkt sind die Zertifizierungen des Cloud-Anbieters, die ihn zum Betrieb von SAP S/4HANA qualifizieren.
  • Datensouveränität und Datenschutz: Hier lohnt ein genauerer Blick auf den Anbieter bzw. den Sitz der Muttergesellschaft, denn im Zweifel gilt die Gesetzgebung des Landes und nicht die am Standort des Rechenzentrums.
  • Umweltfreundlichkeit und Energieeffizienz: Neben dem PUE-Wert gibt es weitere aussagekräftige Kennzahlen, etwa die Wiederverwertung von Serverkomponenten.
  • Flexibilität: Die Cloud lässt sich jederzeit nach Bedarf reduzieren und erweitern.
  • Kosten: Die Kosten für Rechner, Speicher und Netzwerk sind transparent und attraktiv.

Bei näherer Betrachtung erweist sich die Entscheidung zwischen dem Eigenbetrieb von SAP S/4HANA und dem Cloud-Betrieb via RISE also als Scheindilemma. Tatsächlich existieren datensouveränen Alternativen von EU-Cloud-Anbietern, die über ein breites Netzwerk an Managed-Services-Partnern verfügen und im Idealfall dabei den CO2-Fußabdruck eines Stadtwerks positiv beeinflussen können. (sg)

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