Eine gezielte Kundenbindung und eine individuelle Ansprache sind seit der Liberalisierung wichtiger denn je. Die aktuelle Situation in den Häusern zeigt allerdings, dass bereits die Basis hierfür vielfach nicht gelegt ist, heißt es in einer Pressemitteilung der Leipziger Energieforen. Oftmals lägen die existierenden Kundendaten in verschiedenen Systemen, Tabellen und Formaten vor, sodass diese weder aggregiert betrachtet noch zielgerichtet eingesetzt werden können. Die Coronakrise verschärfe jetzt diese Situation. So verzeichneten viele Energieversorger seither mehr Kundenanfragen. Viele Menschen befinden sich derzeit in Kurzarbeit. Das Arbeitsentgelt ist damit reduziert. Hinzu kämen viele Unsicherheiten, was den Fortbestand des Arbeitsplatzes betrifft. In diesen Zeiten wird der eigene Konsum vielfach genauer unter die Lupe genommen. Insbesondere Ausgaben für Low-Involvement-Produkte wie Strom würden auf günstigere Alternativen hin verglichen. Da liege der Wechsel vom bisherigen Versorger nicht weit entfernt, so das unabhängige Netzwerk für Innovationen.
Dem wollen laut den Energiforen einige Software-Anbieter entgegenwirken und statten daher ihre Systeme jetzt mit analytischen Komponenten aus. Gesprochen wird hierbei unter anderem von einem Ready-to-use-Analyticspaket, was auf Basis aggregierter Kundendaten ein innovatives Kundenmanagement ermöglicht. Durch die Kombination von analytischen Features mit allen existierender Kundendaten ließen sich Kundensegmentierungen vornehmen, Kündigungen vermeiden, Kundenentwicklungen aufzeigen, Preissensibilität bestimmen sowie Kundenbedürfnisse erkennen. Damit ließen sich Potentiale in der Kundenansprache und -bindung heben, Streuverluste minimieren und Cross- bzw. Upselling-Kampagnen strategisch durchführen. "Das erhöht die Vertriebschancen des Energieversorgers und steigert durch die gezielte Kündigerprävention unmittelbar die Deckungsbeiträge in den Häusern", weiß Tobias Frevel, Geschäftsführer der Energieforen Leipzig GmbH. Er und sein Team haben die dahinterliegende Analytik entwickelt und in zahlreichen Versorgerprojekten erprobt. Die Lösung wird seit 2014 angeboten.
Vielfältige Kooperationen
"Schön ist, dass sich immer mehr Software-Anbieter dafür entscheiden, diese erprobte Analytik als Implementierung einzusetzen und der Versorger insbesondere in Corona-Zeiten davon unmittelbar profitieren kann", so Frevel weiter. Neben den bereits seit einigen Jahren bestehenden Kooperationen mit der HKS Informatik GmbH in Moers und der rku.it GmbH in Herne, wollen seit diesem Jahr nun auch die ConVista Consulting AG und die cursor Software AG die Analytik der Energieforen einsetzen und den Energieversorgerkunden damit einen noch umfassenderen Service im Kundenmanagement zur Verfügung stellen. Bei der HKS kommt das Analytik-Modul als Zusatz zur Controlling-Software Kosy zum Einsatz. Im Rahmen einer Software-as-a-Service-Plattform profitieren die rku.it-Kunden von diesen analytischen Funktionen. Cursor sieht die Implementierung der Software-Lösung der Energieforen in ihre CRM Software Suite EVI vor. Bei ConVista wird die Analytik Eingang in die SAP Marktingcloud finden. Auch die Schleupen AG befürwortet das Engagement der Energieforen und unterstützt in relevanten Versorgerprojekten. (hoe)

