Der Online-Handel mit seinen günstigeren Preisen lässt die Kundenzahl in den Innenstädten schwinden. Gerade während der Corona-Pandemie verschärft sich diese Situation: Aber anstatt online nachzuziehen, meiden viele Händler den Internetauftritt. Dies zeigt eine neue Studie des Forschungsinstituts Ibi-Research von der Universität Regensburg: 14 Prozent der kleinen und mittelständischen Unternehmen verfügen nicht über eine Website. Erst 36 Prozent aller kleinen Unternehmen sind im Online-Handel aktiv.
Um dem entgegenzuwirken startet die nordrhein-westfälische Energieversorgung Dormagen (EVD) einen Online-Marktplatz unter dem Namen "Nahwerte". Über den Marktplatz können Händler, Dienstleister, Vereine und Gastronomen ihre Angebote darbieten. Der Vorteil dabei: Diese müssen sich nicht selbst um eine Homepage mitsamt dazugehörigem Anbieter, Aufbau und rechtlichen Rahmenbedingungen kümmern. Damit sollen die regionale Wertschöpfung und die Innenstädte erhalten bleiben.
Ein neues Instrument für die Versorger
In Dormagen zieht neben der Energieversorgung auch die städtische Wirtschaftsförderung das Projekt mit auf. Für die EVD selbst ist es ein Marketing- und Kundenbindungsinstrument. "Lokales Engagement zählt für Bürger oft mehr als der Preis von Strom oder Gas. Viele Kunden bleiben bei uns, weil wir etwas für die Stadt tun und etwas zurückgeben, beispielsweise durch Sponsoring oder eben durch innovative Projekte wie die Nahwerte-Plattform", erklärt Kira Rescher, Projektverantwortliche bei der EVD.
Für das Projekt arbeitet die EVD mit den Netzwerkpartnern zusammen, bei denen sie Mitglied sind. Die Netzwerkpartner haben die Projektleitung inne und konzipierten das Projekt. Sie sind ein Verein, der aus über 125 Stadtwerken, überregionalen Energieversorgern sowie der Westenergie AG besteht. Im Kern dient das Netzwerk als Plattform für den Wissensaustausch oder um gebündelt Produkte sowie Dienstleistungen bereitzustellen. (gun)
Mehr zum Online-Marktplatz lesen Sie in der ZfK-Dezember-Ausgabe auf Seite 24.



