Ein smartes Grid könnte dem Klimaschutz dienen, so die Mehrheit der Deutschen.

Ein smartes Grid könnte dem Klimaschutz dienen, so die Mehrheit der Deutschen.

Bild: © Urbans78/Adobe Stock

Im September 2022 ist die Digitalisierungstochter Eon One gegründet worden, zu denen auch die drei Scale-ups grid-X, envelio und Lemonbeat gehören, an denen der Mutterkonzern die Mehrheit hält. Der Name Eon One gehe darauf zurück, dass man alle digitalen Technologien aus einer Hand anbiete, erklärte Tim van Amstel, einer der drei Geschäftsführer, im ZfK-Gespräch.

Sein Unternehmen entwickelt die Lösungen zum einen für den Konzern selbst, d.h. E.ON-Lösungen werden erweitert und für den Einsatz in den eigenen Tochtergesellschaften angepasst, und zum anderen ergänzen Lösungen von Startups das digitale Portfolio.

Digitale Lösungen für den Netzbetrieb

Eines der Produkte, die man derzeit anbiete, ist der digitale Netzanschluss. Bekanntlich ist es für Netzbetreiber im Zuge der Niederspannungs- und Niederdruckanschlussverordnung (NAV und NDAV) ab 1. Januar 2024 verpflichtend, den Prozess zur Beauftragung eines Netzanschlusses und die sich daran anschließenden Schritte digital auf seiner Internetseite anzubieten. Eon One hat hier nach eigenen Angaben mit OnePortal eine kompakte Lösung entwickelt, die als White-Label zur Verfügung steht.

Ein weiteres Produkt ist die intelligente Grid-Plattform von Envelio. Hier werden alle netzbezogenen Daten zusammengeführt und bilden damit die Basis, damit wichtige Prozesse in der Netzplanung und Netzbetriebsführung digital und automatisiert erledigt werden können. Mit diesen Daten lasse sich auch ein digitaler Zwilling erstellen, der die Planung für den künftigen Netzausbau deutlich vereinfachen soll. Beispielsweise kann so die Bearbeitung komplexer Anschlussanfragen von mehr als zwei Stunden auf nur sechs Minuten reduziert werden.

Um das Verteilnetz selbst zu digitalisieren, eignet sich die Nachrüstlösung Brightfield, die Offline-Transformatoren zu smarten Einheiten ausbaut. „Transformatoren sind eine sehr alte Technologie – wir machen sie mit einem kleinen Gerät digital“, erklärt der CEO van Amstel. So stehen Warnungen über die Netzlast, verbesserte Netzprognosen und eine optimierte Netzplanung zur Verfügung. “Genutzt wird dabei eine nichtinvasive Multi-Sensor-Datenerfassung und Hochfrequenz-Edge-Processing, um jeden Transformator in eine Echtzeit-Datenquelle zu verwandeln”, so van Amstel.

Weitere Produkte geplant

Sein Unternehmen plant derweil schon die nächsten Schritte: „Wir arbeiten jetzt an SpotOne, einer Lösung für Kommunen und Betreiber von Ladestellen für E-Mobilität“, so der Geschäftsführer. Dabei setzt die Lösung beim die Planungsprozesse an, indem ein intelligenter Algorithmus auswertet, an welcher Stelle im Netz der Ausbau der Ladeinfrastruktur zu empfehlen ist. Eine weitere Lösung heißt SNAP.

Das von Mitnetz entwickelte Verfahren für eine schnelle Netzanschlussprüfung, beschleunigt den Prozess z.B. für Solar und Windanlagen für Netzanschlüsse in Mittelspannungsebene. Mit der Lösung verbessere sich der langwierige bürokratische Prozess, indem benötigte Daten digital erfasst werden und sich somit Anschlussbegehren in wenigen Minuten prüfen lassen. (sg)

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