Um ins Bad zu kommen, muss nur noch der QR-Code am Eingangsdrehkreuz gescannt werden.

Um ins Bad zu kommen, muss nur noch der QR-Code am Eingangsdrehkreuz gescannt werden.

Bild: © Dipko

Im Sommer letzten Jahres starteten die Bäderbetriebe der Stadtwerke Haltern am See mit ihrem Frei- und Hallenbad Aquarell sowie mit dem Seebad den Verkauf von digitalen Eintrittskarten mit der Dipko (Digitale Plattform für kommunale Services).

In der zurückliegenden Corona-Freibad-Saison wurden mehr als 40.000 Karten verkauft. Alle Karten wurden mit einer passenden App am Eingang gescannt und entwertet.

Überblick über die Gäste

„Damit waren wir schon deutlich schneller als mit dem normalen Barverkauf“, sagt Carsten Schier, Geschäftsführer der Stadtwerke Haltern: „Unser Anspruch war es jedoch, ein voll automatisiertes Einlasssystem abbilden zu können. Wir wollen die heutigen Kundenerwartung erfüllen, sprich der Zutritt muss so einfach sein, wie das Boarding am Flughafen.“

Durch das Scannen der Karten beim Verlassen des Bades hat das System immer einen Überblick, wie viele Gäste im Bad sind und ob es noch freie Kapazitäten gibt.

Anbindung ans HKS-Kassensystem

Als nächsten Digitalisierungsschritt stand dann die Anbindung der Dipko-Ticketing-Lösung an das HKS-Kassensystem (9.0) für die Stadtwerke Haltern an. Im Detail sieht das so aus: Ein Badegast erwirbt von zu Hause oder unterwegs sein Online-Ticket über die Dipko, samt digitaler Zahlung.

Das Ticket mit QR-Code wird dem Kunden via E-Mail zugestellt. Um ins Bad zu kommen, muss nur noch der QR-Code am Eingangsdrehkreuz gescannt werden. Über die Schnittstellenanbindung der beiden Systeme erfolgt ein automatischer Gültigkeitsabgleich des Tickets, das Drehkreuz öffnet sich und der Freizeitspaß kann beginnen.

Verknüpfung mit ERP-System

Anders als bei vielen anderen Einlassszenarien, ist kein Medienwechsel, etwa vom Online-Ticket oder -Gutschein in ein scanbares Ticket, mehr nötig. Über die Verknüpfung der Dipko mit dem ERP-System und die entsprechende Informationsweitergabe erkennt das Zugangssystem der HKS schon am Eingang, ob es sich bei dem Badegast um einen Energiekunden handelt oder nicht.

Dieser vollautomatisierte Einlassprozess lasse sich problemlos für alle weiteren städtischen Freizeiteinrichtungen, wie Museen, Tierparks und Zoos oder auch für Events adaptierten, erklärte Dipko in einer Pressemitteilung.

Mehrwert in Pandemiezeiten

Im Hinblick auf die Pandemiesituation wird mit dieser Umsetzung auch ein wichtiger Beitrag zur Erfüllung der Hygieneauflagen geleistet. Durch das kontaktlose Bezahlen und den kontaktlosen Einlass, sollen physische Berührungspunkte auf ein Minimum reduziert werden. Durch die Check-Out-Funktion – also das Scannen des QR-Codes am Ausgang – wird auch das Verlassen eines Badegastes erfasst.

Damit sind Bäder in der Lage ein dynamisches Besucherkontingent abzubilden, eine Maximalauslastung ist somit immer gewährleistet. Losgelöst von der aktuellen Pandemielage biete die Lösung zudem weitreichende Vorteile im operativen Geschäft des Bäderbetriebes, wie Personalentlastung, Einhaltung der Datenschutzbestimmungen und natürlich auch die Verkürzung von Wartezeiten, so Dipko.

Verknüpfung mit der Energiesparte

Mit einer speziell auf sie zugeschnittenen Digitalisierungsstrategie können Stadtwerke ihr Potential zur Kundenbindung und -gewinnung deutlich besser ausschöpften, betont Dipko. In diesem Kontext haben die Stadtwerke Haltern ein weiteres Pilot-Anbindungsprojekt umgesetzt: die Anbindung ihres ERP-Systems an die digitale Plattform für kommunale Services.

Als Ergebnis findet eine Verknüpfung der Energie-Kundendaten aus dem ERP-System mit denen aus dem Ticketkauf in der Dipko statt. Im Zuge eines Ticket-Kaufes können Nutzer nun selbstständig ihre Energievertragsdaten auf der Plattform hinzufügen. Über die Schnittstellenanbindung findet ein automatisierter Abgleich statt und der Ticket-Käufer wird als Energiekunde identifiziert.

Unterscheidung zwischen Energie- und Nicht-Energie-Kunden

Damit können die Stadtwerke Haltern am See erstmalig Leistungen aus dem Querverbund (wie dem Verkauf von Schwimmbad-Tickets) zwischen Energiekunden und Nicht-Energiekunden unterscheiden. Dementsprechend würden sich für Energiekunden Angebote und Preise auch anders gestaltet lassen.

„Über die Dipko-Anbindung an unser ERP-System können wir unseren Kunden nun voll automatisiert die unterschiedlichsten Vorteile zu kommen lassen: zum Beispiel  Vergünstigungen bei Schwimmbadtickets und Kursen oder auch exklusive Angebote, speziell nur für unsere Energiekunden. Mit diesen Mehrwerten für unsere Energiekunden können wir uns klar zum Wettbewerb abgrenzen.“ (sg)

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