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IoT: Datenschutzbedenken schrecken Unternehmen ab

IT-Sicherheit und Datenschutzbedenken bremsen breiter angelegte IoT-Aktivitäten und fallen sogar noch stärker ins Gewicht als ein knappes Budget, ergibt eine TÜV-Studie. Was Unternehmen am meisten fürchten:
15.01.2020

Die zunehmende Vernetzung von Geräten bringt auch Risiken mit sich.

Das Internet of Things (IoT) gewinnt in deutschen Unternehmen weiterhin an Bedeutung. Dafür sprechen eine steigende Projektzahl, höhere Erfolgsquoten sowie schnellerer Mehrwert. Das zeigt eine aktuelle Studie von IDG Research Services mit TÜV SÜD und weiteren Partnern, für die 444 Entscheider aus der Region DACH (oder auch D-A-CH, Kunstwort für Deutschland, Österreich und die Schweiz) befragt wurden.

Auch die Investitionen steigen demnach, jedoch nicht mehr so stark. Sie fließen vor allem in neue Themen wie Blockchain, Künstliche Intelligenz (KI) und Robotics. Das größte Hindernis für breiter angelegte IoT-Aktivitäten in Unternehmen ist nicht das knappe Budget, sondern Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und der Sicherheit. Am meisten fürchten Unternehmen dabei Hackerangriffe und Industriespionage.

Kleinere Unternehmen sind skeptisch

"Vor allem kleinere Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern haben Vorbehalte bei IoT-Projekten. Ihnen fehlen oft Ressourcen und Know-how, wenn es um Datenschutz und IT-Sicherheit geht, deshalb wollen sie hier möglichst kein Risiko eingehen", sagt Stefan Vollmer, CTO der TÜV SÜD Sec-IT GmbH. Eine gute Lösung sind ihm zufolge automatisierte Sicherheitslösungen. Als ersten Schritt empfehlt der Sicherheitsdienst Unternehmen, ihre Schwachstellen kontinuierlich zu analysieren. TÜV SÜD Sec-IT bietet hier mit "Attack Surface Detection" einen automatischen Sicherheits-Scan an, der Kunden derzeit in der Betaphase zur Verfügung stehe.

Die größten Hindernisse für IoT-Projekte

Datenschutzbedenken nennen 37 Prozent der befragten Unternehmen an erster Stelle als Argument gegen einen umfassenden IoT-Einsatz. Das gilt vor allem für die kleinen Firmen mit weniger als 500 Mitarbeitern und große Firmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern.

Ein Drittel der Unternehmen nennt Sicherheitsbedenken als größtes Hindernis. Sie fürchten vor allem Hacker-Angriffe/DDoS-Angriffe, Industriespionage oder juristische Probleme. Ein knappes Budget (30 Prozent), Fachkräftemangel (27 Prozent) und fehlende Anwendungsfelder (21 Prozent) sind weitere Gründe. Ein Fünftel der Firmen würde aufgrund schlechter Erfahrungen und eines fehlenden Return on Investments (ROI) bei bestehenden IoT-Anwendungen auf eine breite IoT-Initiative verzichten. Auch mangelnde Akzeptanz bei Mitarbeitern, Kunden, Geschäftspartnern und Dienstleistern spielen eine Rolle.

Risiken durch IoT

Am meisten fürchten sich die Unternehmen laut Studie vor Hacker-Angriffen und DDoS-Attacken (37 Prozent), Industriespionage (32 Prozent) oder juristischen Problemen (28 Prozent). Zum besseren Schutz der Systeme und Daten setzt ein Viertel der Firmen auf Lösungen zur automatisierten Erkennung von Cybersecurity-Schwachstellen oder -Risiken.

Vorreiter sind hier die großen Unternehmen mit einem jährlichen IT-Etat von mehr als zehn Millionen Euro (52 Prozent). Etwa die Hälfte der befragten Firmen prüft derzeit den Einsatz automatisierter Security-Lösungen im IoT-Umfeld, 15 Prozent interessieren sich dafür. (sg)