Mit der Rezertifizierung der Gateways gibt es auch neue Funktionen.

Mit der Rezertifizierung der Gateways gibt es auch neue Funktionen.

Bild: © PPC

Als erster Hersteller hat PPC am 30. Oktober die Rezertifizierung für seine Smart-Meter-Gateways (SMGW) vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erhalten. Zeitgleich wurde die Revision der Baumusterprüfbescheinigung bei der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) abgeschlossen.

"Mit einem einfachen Software-Update des Smart-Meter-Gateways werden eine ganze Reihe neuer Funktion und Mehrwerte verfügbar. Der erste Schritt entlang des BMWi/BSI-Stufenplans ist damit erfolgreich abgeschlossen“, so PPC-Chef Ingo Schönberg.

Auf neue Gateways kann Firmware direkt aufgespielt werden

Janosch Wagner, Leiter Smart Metering bei PPC, ergänzt: „Wir haben die Firmware unserer Smart-Meter-Gateways seit der ersten BSI-Zertifizierung Ende 2018 kontinuierlich weiterentwickelt. Dabei sind die Erfahrungen aus dem Praxisbetrieb der letzten zwei Jahre in die Weiterentwicklung eingeflossen. Im Rezertifizierungsverfahren wurde die erweiterte Firmware durch eine unabhängige Prüfstelle, die PTB und das BSI genauestens evaluiert und abgenommen."

Die neue Firmware steht für das Remote-Update durch den Gateway-Administrator zur Verfügung. Bei neuen Smart-Meter-Gateways könne sie direkt in der Produktion aufgespielt werden.

Die Verbesserungen im Detail

Durch die neue Firmware habe man die die Interoperabilität der Geräte für die Vielfalt an Systemlösungen im Markt noch weiter ausgebaut, unterstreicht der Mannheimer Gateway-Hersteller. Hierbei habe man vor allem Wert auf die Messwerterfassung über neue drahtgebundene als auch drahtlose Zähler und die Interaktion mit allen marktgängigen GWA-Systemen gelegt.

Neben den Systemen von BTC, Bosch, Görlitz, Next Level Integration, Robotron, Sagemcom Fröschl, Schleupen, Siemens und Thüga SmartService ist mit der Rezertifizierung auch die Kompatibilität zur GWA-Software von Tremondi in die Baumusterprüfbescheinigung von PPC aufgenommen worden.

Mehr Wissen über Netzzustände

Messstellenbetreiber erhalten durch die Optimierungen in der Messwerterfassung und -verarbeitung nun erweiterte Informationen zu Messwerten sowie dem SMGW- und Zählerzustand. Zudem wurde die Verwendung von Messwerten in der MaKo erleichtert. Neben diesen betrieblichen Verbesserungen auf Basis unserer Praxiserfahrungen ist die Implementierung der Tarifierungsfunktionen TAF 9, 10 und 14 nach Technischer Richtlinie Hauptbestandteil der Rezertifizierung.

Die neuen Tarifanwendungsfälle bringen sowohl für Netzbetreiber als auch Endverbraucher Vorteile: Mit TAF 9 lässt sich die aktuelle Ist-Einspeisung von Erzeugungsanlagen in das Verteilnetz messen, wie sie etwa die EEG-Novelle fordert. TAF 10 übermittelt aktuelle Netzzustandsdaten, wie Phasenwinkel und Spannung.

„Durch die hochfrequent übertragenen Messwerte behalten Netzbetreiber Netz und Anlagen kontinuierlich im Blick, können kritische Zustände frühzeitig erkennen und so Netzengpässe vermeiden. Diese Echtzeit-Transparenz ist Grundvoraussetzung dafür, dass die zunehmend dezentrale Einspeisung und die Integration von E-Mobilität in die Verteilnetze effizient gemeistert werden können“, erklärte dazu PPC-Vorstand Eugen Mayer.

Verbrauchstransparenz für Endkunden

Mit TAF 14 (Hochfrequente Messwertbereitstellung) können Dienstleister und Messstellenbetreiber zudem die Visualisierung von hochaufgelösten Verbrauchsdaten und darauf aufbauenden Services anbieten. Neben Wirk- und Blindarbeitsdaten können mit diesem TAF auch Momentan-Leistungswerte erfasst und sicher an Systeme im Backend übermittelt werden.

„Verbrauchstransparenz ist die Grundlage für Energieeffizienz, variable Tarife und Investitionsentscheidungen des Endkunden zur Energieoptimierung. Ohne Transparenz kann keine effiziente Energie- und Verkehrswende stattfinden“, fasst Schönberg zusammen.

Damit sollen Endkunden einen detaillierten Einblick in ihren Energieverbrauch erhalten und Stromfresser entlarven oder Investitionen in EEG-Anlagen, Speicher und E-Mobilität besser kalkulieren können. Entsprechende Algorithmen der Disaggregation können auf Kundenwunsch sogar charakteristische Verbrauchsmuster für einzelne Haushaltsgeräte ermitteln. "Diese Daten sind Basis für eine Vielzahl neuer Dienstleistungen, die von der Verbrauchsoptimierung bis zu Hilfsgrößen bei der Seniorenbetreuung reichen", unterstreicht PPC.

Praxistests bestanden

Die neuen Gateway-Funktionen sind laut PPC bereits mit vielen Kunden für den Praxiseinsatz getestet worden. So zum Beispiel von der Eon-Tochter "e.Kundenservice Netz" in Hamburg und dem Verteilnetzbetreiber Bayernwerk. Im Rahmen des C/sells Projekts habe man TAF 9 und 10 gemeinsam mit der Forschungsstelle für Energiewirtschaft intensiv im bayrischen Netzgebiet eingesetzt. (sg)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper