Sagemcom Dr. Neuhaus hatte im September 2019 als zweiter von drei für den verpflichtenden Einbau erforderlichen Hersteller das Zertifikat vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erhalten.
„Langsam aber sicher kommt der Rollout in Gang“, freute sich Arkadius Jarek als Leiter des Messstellenbetriebs der Netze BW bei der kleinen Feierstunde. „Wir verstehen uns als Pionier bei der Digitalisierung des Messwesens und haben mit unseren Partnern über drei große Praxis-Feldtests wesentlich dazu beigetragen, den Weg frei zu machen.“
Steuerboxen ebenfalls im Test
Den Ball griff Holger Graetz, Sales und Marketing Director von Sagemcom, bei der kleinen Feierstunde in Karlsruhe gerne auf: „Diese frühzeitige und zielgerichtete Kooperation über Marktrollen und Hersteller hinweg hat wesentlich dazu beigetragen, dass wir heute ganz vorne mit dabei sind.“ Über 1500 Gateways waren zwischen 2014 und 2016 vor allem in kommunalen Liegenschaften und energiebewussten Privathaushalten verbaut worden. Auch die Einspeisung aus PV-Anlagen wurde mit Hilfe von Dr. Neuhaus Steuerboxen erfolgreich getestet.
Zufrieden zeigte sich auch Andreas Mohren für die EnBW Operations, der die Gateway Administration für die Netze BW und eine Reihe anderer MSB obliegt. „Für uns als Dienstleister ist von entscheidender Bedeutung, mit den Geräten möglichst vieler Hersteller rasch reibungslose Abläufe gewährleisten zu können.“
Interoperabilität als wichtiges Ziel
„Geräte und zentrale Systeme aus verschiedenen Häusern müssen interoperabel sein, damit der Rollout flächendeckend funktionieren kann.“ Mit dieser Vorgabe sei EnBW als Gateway Administrator und Netze BW als Verteilnetz- und Messstellenbetreiber Anfang 2014 in den ersten Feldtest gestartet, heißt es aus Baden-Württemberg.
Rasch entwickelten sich daraufhin Kooperationen mit den Gateway-Herstellern Power Plus Communications, Landis+Gyr sowie Sagemcom Dr. Neuhaus. Die Stadtwerke Karlsruhe Netzservice gesellten sich bald als Partner hinzu.
Schon mehrere Feldtests abgewickelt
Wegweisend für die Weiterentwicklung der Geräte sei Nezte BW zufolge der gemeinsame dritte, in Deutschland größte Feldtest an etwa 1500 intelligenten Messsystemen gewesen. Neben 113 Kommunen in Baden-Württemberg hatten sich auch eine Reihe aufgeschlossener Privathaushalte daran beteiligt.
Mit dem Ziel, der Markterklärung (auf Basis der BSI-Zertifizierung von Geräten mindestens dreier Hersteller) näher zu kommen, war die Kooperation auch 2017 und 2018 fortgeführt worden, beispielsweise mit den sogenannten ALC-Tests. Die Netze BW hat im Spätherbst 2019 damit begonnen, intelligente Messsysteme auf freiwilliger Basis einzubauen, insbesondere wieder bei Kommunen. (sg)



