Am Dienstag hatte die Bundesnetzagentur einem Konsortium aus der Energie- und Wasserwirtschaft, dem auch die Netztochter der Stadtwerke Osnabrück angehört, den Zuschlag für die Nutzung der 450-MHz-Funkfrequenz erteilt. Nun will SWO Netz den flächendeckenden Ausbau des Funktnetztes in der Bundesrepublik auch in Osnabrück starten. „Beispielsweise für die zunehmend dezentrale und digital gesteuerte Stromversorgung aus erneuerbaren Energien benötigen wir die 450-MHz-Funkfrequenz dringend“, betont SWO Netz-Geschäftsführer Heinz-Werner Hölscher.
Die SWO Netz ist Teil der Versorger-Allianz 450, die mehr als 200 nationale Unternehmen der Energie- und Wasserversorgungsbranche repräsentiert. Die Versorger-Allianz 450 wiederum ist einer von mehreren Teilhabern der 450connect GmbH, die jetzt den Zuschlag für die Nutzung der 450-MHz-Frequenzen von der Bundesnetzagentur erhalten hat.
Viele Anwendungsfälle denkbar
Ganz konkret eignet sich die Funktechnik beispielsweise dazu, intelligente Stromzähler – sogenannte Smart Meter – in Echtzeit auszulesen, ohne dass ein Techniker das Gebäude betreten muss. Viele weitere technische Anlagen im Stromnetz oder auch in der Wasserversorgung sollen zudem in Zukunft digital steuerbar sein – bei einem Großteil könnte die Nutzung der 450-MHz-Frequenz dienlich sein. „Mit der Technik können wir unsere Netze digitalisieren und optimal steuern, was wiederum der Versorgungssicherheit und damit der Lebensqualität der Menschen zugutekommt“, sagt Hölscher.
Ein weiteres Anwendungsfeld sind intelligente Ladesäulen, die beispielsweise in Zeiten hohen Verbrauchs und geringer Einspeisung durch erneuerbare Energien wichtige Aufgaben erfüllen. Die in den Akkus der E-Autos gespeicherte Energie kann ins Netz zurückgeleitet werden – dabei können die Ladesäulen über Funk Informationen teilen und zugleich angesteuert werden.
Auch im Blackout kommunikationsfähig
Die Technik hat den Vorteil, dass sie auch im Krisenfall, beispielsweise bei einem Blackout, weiter für die Kommunikation genutzt werden kann. Herkömmliche Telekommunikationsnetze fallen dagegen ohne Strom nach wenigen Stunden aus. „Die Entscheidung der Bundesnetzagentur ist deswegen auch ein Beitrag zu mehr Schutz der kritischen Infrastruktur“, erklärt Hölscher. (sg)



