Von Stephanie Gust
Die Ovag Netz GmbH hat gemeinsam mit Smart Optimo und mehreren Partnern, darunter Theben, PPC, Robotron sowie die Horizonte Group, einen wichtigen Meilenstein für den Steuerungsrollout erreicht. In der Produktivumgebung wurde erstmals ein Steuerbefehl über die gesamte Kette hinweg erfolgreich ausgeführt – vom Netzbetreiber über die Schnittstellen und Systeme bis in die Steuerbox im Feld.
Komplette Kette abgebildet
Im Test liefen die Signale aus dem Stadtwerkenetz über die BDEW-API durch das aktive EMT- und GWA-System von Robotron, weiter über das Smart-Meter-Gateway von PPC bis hin zur Steuerbox von Theben. Auch die Rückmeldung wurde vollständig durch die Kette zurückgegeben. Damit ist nachgewiesen, dass die Steuerung bei der Ovag Netz nicht nur in der Theorie funktioniert, sondern in der Praxis umgesetzt werden kann.
"Wir können die Kette komplett abbilden – jetzt geht es um die Skalierung", sagen Simon Kreutzer, Projektleiter von Smart Optimo und David Tetz von der Ovag Netz. "Für uns ist entscheidend, dass wir rechtzeitig zur Umsetzung von Paragraf 14a EnWG bereitstehen und unseren Kunden die Steuerung ihrer Anlagen ermöglichen."
Zusammenspiel von Steuerboxen und Smart-Meter-Gateways
Ruwen Konzelmann von Theben wies darauf hin, dass die Praxistests zeigen, wie Steuerboxen künftig im Zusammenspiel mit Gateways genutzt werden können. Den Ball nahm Ingo Schönberg, Vorstandsvorsitzender von PPC, auf: "Der Steuerungsrollout ist nicht nur Theorie, sondern Realität. Wir können die Kette komplett abbilden."
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Interoperabilität. Smart Optimo testet Steuerboxen und Gateways verschiedener Hersteller, darunter Theben, PPC, EMH und Vivavis. "Die Kombination verschiedener Systeme funktioniert. Damit ist klar: Steuerung muss nicht aus einer Hand kommen, sondern lässt sich herstellerübergreifend umsetzen", betont Simon Kreutzer von Smart Optimo.
"Die Durchgängigkeit über alle Systeme hinweg war unser Fokus", hebt Christian Hofmann, Head of Metering und IoT bei Robotron hervor. "Wir haben gezeigt, dass die Schnittstellen funktionieren und die Steuerbefehle über die gesamte Kette sicher transportiert werden können."
300 Steuerboxen bis zum Jahresende, 3000 bis 2026
Für das laufende Jahr plant die Ovag Netz den Einbau von weiteren rund 300 Steuerboxen. 2026 sollen es bereits etwa 3000 sein. Grundlage dafür ist die Automatisierung der Prozesse, vor allem die Umsetzung in den ERP-Systemen, damit ein Rollout in größerem Maßstab gelingen kann.
"Die Ziele 300 Boxen bis Ende des Jahres sind ambitioniert, aber wir wollen daran festhalten", sagt David Tetz, Projektleiter von der Ovag Netz. "Unser Ziel ist ein stabiler Massenrollout ab 2026."
Ziel von Ovag Netz ist es, sowohl die gesetzlichen Anforderungen nach Paragraf 14a EnWG und Paragraf 9 EEG fristgerecht zu erfüllen als auch den Kunden die Möglichkeit zu bieten, steuerbare Verbrauchseinrichtungen wie zum Beispiel Wärmepumpen oder Ladepunkte sowie Erzeugungsanlagen zeitnah anzubinden.
"Der Steuerungsrollout ist Realität", resümiert Hofmann von Robotron. "Die Aufgabe besteht nun darin, die Prozesse zu skalieren und in die Fläche zu bringen."



