Das hybride Schulungskonzept zur Sicheren Lieferkette mit einer Mischung aus Web- und Präsenzschulung wird im Januar mit mehr als 50 Teilnehmern fortgesetzt. Eine reine Online-SiLKe-Schulung ist in Planung

Das hybride Schulungskonzept zur Sicheren Lieferkette mit einer Mischung aus Web- und Präsenzschulung wird im Januar mit mehr als 50 Teilnehmern fortgesetzt. Eine reine Online-SiLKe-Schulung ist in Planung

Bild: © Voltaris

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik gibt auf die mehrmaligen Anfragen aus der Branche, unter anderen auch von der ZfK, nach der Marktanalyse – die eigentlich Ende Januar erwartet wurde –, stets dieselbe Antwort: "Die Marktanalyse wurde durchgeführt und zum turnusmäßigen Stichtag 31. Januar erhoben. Wir werden im Rahmen einer Pressemitteilung dazu informieren".

Auf die Frage, weshalb sich dieser Termin so verzögere, antwortete Karsten Vortanz, Geschäftsführer bei Voltaris, dass man hier selbst am Rätselraten sei – ein Eindruck, den auch zuvor schon ein großer Netzbetreiber gegenüber der ZfK äußerte. Die bisherige Nichtveröffentlichung ändere aber nichts daran, dass bis Februar 2023 der Pflicht-Rollout von zehn Prozent der intelligenten Messsysteme von Messstellenbetreibern bestehe. Lediglich die 50 klagenden Netzbetreiber in Folge des Eilbeschlusses des Oberverwaltungsgerichts Münster seien davon ausgenommen.

Was passiert, wenn Quote verpasst wird?

Auf die Frage, was passiere, wenn man die zehn Prozent Quote reiße, antwortete Vortanz, dass es schwierig sei, hier vorauszusagen, wie die Konsequenzen hier aussehen. Aktuell gilt, wer die Quote nicht erfüllt, verliert den grundzuständigen Messbetrieb. Allerdings sei hier noch fast ein Jahr Zeit, unterstreicht Vortanz. Man müsse abwarten, was passiere, wenn die ersten Messstellenbetreiber es wirklich nicht geschafft haben sollten.

Die Bundesnetzagentur hatte der ZfK auf diese Frage zuletzt schriftlich geantwortet, dass die Drei-Jahres-Frist frühestens 2023 ablaufe, und der Sachverhalts erst zu diesem Zeitpunkt gewürdigt werden könne. Dementsprechend könne man aktuell zu treffenden Entscheidung in Bezug auf Aufsichtsmaßnahmen hinsichtlich der Erfüllung der Rolloutverpflichtungen bei intelligenten Messsystemen nicht vorweggreifen.

3000 intelligente Messsysteme für 40 EVU verbaut

Marcus Hörhammer, Bereichsleiter Produktentwicklung und Vertrieb bei Voltaris, verwies in dem Experten-Gespräch zudem darauf, dass man zwischen Gesetz und Anwendung unterscheiden müsse. Dass man die Grundzuständigkeit bei einer Quote von neun oder acht Prozent verliere, halte er für unwahrscheinlich.

Dies dürfte auf die Voltaris-Anwendergemeinschaft nicht zutreffen: Dort habe erst ein Prozent der Messstellenbetreiber noch nicht mit Vorbereitungen zum Rollout begonnen. 49 Prozent befinden sich demnach im Feldtest, 50 Prozent rollen schon richtig aus. Bis 2023 will man bei allen die zehn Prozent-Quote erreicht haben. Mehr als 3000 intelligente Messsysteme für 40 Energieversorger sind laut Volker Schirra, ebenfalls Geschäftsführer bei Voltaris, bereits ausgerollt.

Herausforderungen beim Rollout

Gelöst werden müssten allgemein noch die technischen Probleme, dazu gehört etwa die nicht störungsfreie Übertragung der Daten beim Mobilfunk. Hier würden Tests im Vorfeld helfen. Außerdem müsste man im Blick behalten, dass die Antenne ein zentraler Baustein sei. Ob die Antenne nun groß oder klein sein müsse, lasse sich oft erst am Ort selbst feststellen. Herausfordernd sei es auch, dass die Anlagen bei den Kunden in Bestandsbauten oft nicht dem technischen Zustand wie bei Neubauten entsprechen.

Ebenso sei es nicht immer einfach, die Zähler beim Kunden einzubauen, weil diese etwa die Ankündigungsschreiben mit Werbung verwechseln und oftmals ungelesen wegwerfen. Hier sei es wichtig, das Anschreiben so zu gestalten und zu formulieren, dass es auch von den Kunden wahrgenommen und verstanden werde, so Schirra.

Nicht zu vergessen natürlich die Lieferschwierigkeiten, die sich durch die Ukraine-Krise nicht verbessert haben. "Wer jetzt anfängt Zähler zu bestellen, für den wird es schwierig", so Schirra. Voltaris habe vergangenes Jahr mit den Bestellungen begonnen, die Lieferzeiten liegen Schirra zufolge aktuell bei sechs bis neun Monaten.

Anbindung ans ERP-System

Ebenfalls nicht auf die leichter Schulter zu nehmen, sei die Anbindung des Gateway-Administrator-Systems an die ERP-Systeme der Stadtwerke. Voltaris hat hierzu ein Online-Portal zur Stammdateneingabe der intelligenten Messsysteme entwickelt, das auch die Folgeprozesse zum EMT-System und zum Gateway-Administrator steuert. Das Webfrontend dient somit als Connector für die Datenübergabe zwischen dem Stadtwerk und Voltaris als Gateway-Administrator.

Dieses System sei nach dem Einrichten von Mandant und Nutzer für die Voltaris-Kunden direkt einsatzbereit und verfügbar; es entstünden keine weiteren Kosten. "Unseren Kunden stellen wir Anwendungshilfen dafür zur Verfügung und bieten auch eine kurze Online-Einweisung an", so Hörhammer. Der Aufwand bestehe einzig in der Bearbeitungszeit des manuellen Eintrags.

Voltaris mit Webfrontend für kleinere und mittlere Stadtwerke

Dieses Webfrontend sei vor allem für kleinere und mittlere Stadtwerke sinnvoll. "Der Vorteil der Anwendung liegt darin, dass die Stadtwerke – bei kleinen Smart Meter Gateway-Erfüllungsmengen oder zum Start in den intelligenten Messstellenbetrieb – kein eigenes ERP-Schnittstellenprojekt aufsetzen müssen." Bis zu einer gewissen Anzahl an intelligenten Messsystemen mache die Lösung Sinn.

Wer eine Schnittstelle zum Gateway-Administrator-System von Voltaris und damit eine vollautomatisierte Datenübertragung wolle müsse hierzu den eigenen ERP-Anbieter beauftragen. Das Robotron-GWA-System selbst verfüge bereits über alle Schnittstellen zu gängigen ERP-Systemen. " Die Projektumsetzung vom Kick-off bis zur Abnahme des Produktivsystems umfasst in der Regel nur drei Monate. Die Einhaltung der definierten Projektlaufzeit ist u.a. auch abhängig von der Unterstützung des jeweiligen ERP-Herstellers bei der Bereitstellung des Testsystems, der Implementierung der Schnittstelle sowie der Mitwirkung bei der Konfiguration und den Tests", erklärte Hörhammer dazu.

Stolz ist man bei Voltaris auch vor allem darüber, dass man 2021 weitere Stadtwerke für die Anwendergemeinschaft überzeugen konnte. Das Onboarding habe ausschließlich digital stattgefunden. Checklisten, Handbücher und Tutorials oder Ablaufdiagramme würden helfen, sich in der Smart-Metering-Welt zurecht zu finden. Zudem biete man spezielle Online-Workshops zur Mitarbeiterschulung an. (sg)
 

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper