Die Idee zur intelligenten Energieabrechnung über eine Blockchain haben Post-Finance und Energie Wasser Bern im Rahmen eines Innovationsprojekts gemeinsam entwickelt.

Die Idee zur intelligenten Energieabrechnung über eine Blockchain haben Post-Finance und Energie Wasser Bern im Rahmen eines Innovationsprojekts gemeinsam entwickelt.

Bild: © Olena/AdobeStock

Gemeinsam mit Post-Finance hat Energie Wasser Bern im September 2019 die Ormera AG gegründet. Das Start-up bietet eine Plattform zur Messung und Verrechnung von selbstproduzierter Energie. Der vollautomatisierte Prozess wird per Blockchain abgewickelt und soll den administrativen Aufwand dadurch deutlich reduzieren.

Die Lösung biete sich an, da zunehmend erneuerbarer Strom in dezentralen Produktionsanlagen erzeugt und direkt vor Ort verbraucht wird, verdeutlicht Energie Wasser Bern, eines der fünftgrößten städischen Energieversorgungsunternehmen in der Schweiz. Das im Nachbarstaat 2018 in Kraft getretene neue Energiegesetz ermöglicht Hauseigentümern den "Zusammenschluss zum Eigenverbrauch" (ZEV). Damit können sie beispielsweise den selber produzierten Solarstrom vom eigenen Dach direkt an Bewohner ihrer Liegenschaft verkaufen.

Verknüpfung mit Smart Metern

Die Möglichkeit zum ZEV werde mittlerweile rege genutzt, teilte Energie Wasser Bern mit. Weil die hiermit verbundenen Prozesse allerdings aufwendig und komplex seien, biete Ormera nun eine Plattform für Energieversorger, Energiedienstleister, Hauseigentümer und Liegenschaftsverwaltungen, welche die Stromverrechnung vollautomatisch, transparent und sicher für sie abwickeln soll.

Sie verknüpft intelligente Stromzähler – sogenannte Smart Meter – als Komponenten des Internet-of-Things mit der Blockchain. Dort werden die Stromproduktions- und Verbrauchsdaten gespeichert, für die automatische Abrechnung aufbereitet sowie zur Verrechnung genutzt. Die dazu verwendete Blockchain-Technologie würde die ideale Basis bieten, um Daten transparent, vertrauenswürdig und sicher zu speichern sowie weiterzuverarbeiten. Denn, so betont Energie Wasser Bern, die Daten können in der Blockchain rückwirkend nicht verändert und Transaktionen sicher nachgewiesen werden. Damit erfülle die Technik sogar die hohen Sicherheitsanforderungen von Banken, heißt es in der Pressemitteilung dazu.

Pilotphase mit mehreren Energiedienstleistern

Die Idee zur intelligenten Energieabrechnung über eine Blockchain haben Post-Finance und Energie Wasser Bern im Rahmen eines Innovationsprojekts gemeinsam entwickelt. Nach einer erfolgreichen Pilotphase im Herbst 2018 wurde die Plattform im Mai dieses Jahres mit diversen Partnern lanciert, darunter die Energiedienstleister Eniwa AG, die Società Elettrica Sopracenerina SA (SES) und IB Langenthal AG. Zudem arbeitet Ormera mit ABB zusammen, um die direkte Verbindung von Messdaten und der Blockchain weiter zu vereinfachen. (sg)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper