Hersteller von Smart Meter Gateways haben es gerade nicht leicht. Bei den Metering Days blieben sie dennoch entspannt.

Hersteller von Smart Meter Gateways haben es gerade nicht leicht. Bei den Metering Days blieben sie dennoch entspannt.

Bild: © ZWEI Services GmbH/Marc Bollhorst

Die letzten Monate waren alles andere als einfach für die vier zertifizierten Hersteller von Smart Meter Gateways (SMGW). Zuerst die Lockdowns im Zuge der Pandemie, dann der Hickhack um die Allgemeinverfügung und obendrein unterbrochene Lieferketten. Beim traditionellen „Hot Seat“ im Rahmen der Metering Days zeigten sich die Vertreter der Unternehmen aber ziemlich entspannt.

Schon vor Beginn des Ukraine-Krieg habe die hohe Nachfrage nach Laptops während der Pandemie die Beschaffung von Bauteilen erschwert, erläuterte EMH-Chef Peter Heuell auf den Metering Days in Fulda. Die Lage entspanne sich aber und sollte sich 2024 weiter verbessern. Den Messstellenbetreibern (MSB) empfahl er aber dringend, sich weiter auf lange Lieferzeiten einzustellen.

MSB und Installateure tragen die Hauptlast

So richtig „heiß“ auf ihren Stühlen wurde es den vieren auch bei der Frage der Moderatorin Jarmila Bogdanoff (ZVEI) nach den Fachkräften nicht. Zwar spüre man den Wettbewerb schon und achte deshalb penibel auf eine hohe Attraktivität als Arbeitgeber, räumte Ruwen Konzelmann für Theben ein. Aber die Hauptlast trügen eindeutig die MSB sowie die Installateure, die Peter Heuell und Raik Handsche von Sagemcom deshalb auch gerne bei der Sicheren Lieferkette (SiLKe) entlastet wüssten. In Sachen Produktion sah allen voran Ingo Schönberg als CEO der PPC „keine Probleme“. Die bis 2030 zu erstellenden 15 Millionen SMGW ließen sich durch Automatisierung und Skaleneffekte auf jeden Fall schaffen.

Und wo bleibt der Kundennutzen oder in welchem Haushalt weiß man überhaupt, wie es im Zählerschrank aussieht? Mit einem Vergleich brachte Jarmila Bogdanoff den Saal zum Schmunzeln, das Thema auf den Punkt, aber die Referenten keineswegs aus der Ruhe: „Die Smart-Phones waren anfangs auch nur für Nerds. Wo bleibt der Steve Jobs der Metering-Branche?“ - „Den brauchen wir angesichts der aktuell überall entstehenden use cases nicht,“ war sich Ingo Schönberg sicher. Ausdrücklich lobten alle die Neufassung des § 14 a mit dem digitalen Netzanschlusspunkt, hinter dem sich eine Vielfalt von Mehrwertdiensten für Wärmepumpen, Wallboxen, Erzeugungs-Anlagen oder Speicher böte. „Da steckt großes Potential für die Mitmach-Energiewende drin“, so Schönberg. Auch die aktive Rolle der BNetzA bei der eiligen Ausgestaltung wurde allseits gewürdigt.

Alles schaut gebannt auf den 20. Oktober

Nicht nur die Hersteller erwarten jetzt gespannt die Neufassung des Messstellenbetriebsgesetzes (MsbG) und zeigten Verständnis dafür, dass der Vertreter des BMWK auf dem Eröffnungspodium sich dazu sehr bedeckt hielt. Und schauen zunächst gebannt auf die große Runde mit den Verbänden bei Minister Robert Habeck am 20. Oktober. „Wir haben den Bratenduft in der Nase“, meinte Ingo Schönberg. Und alle hoffen, dass der Braten selbst bald folgt. (Ulrich Stark)

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