„Die wettbewerblichen Messstellenbetreiber kommen“, ist sich SWH-Geschäftsführer Detlef Koch sicher. „Und es werden nicht die Kleinen sein, die da kommen.“

„Die wettbewerblichen Messstellenbetreiber kommen“, ist sich SWH-Geschäftsführer Detlef Koch sicher. „Und es werden nicht die Kleinen sein, die da kommen.“

Bild: © SW Haldensleben

Während in weiten Teilen der Bundesrepublik der Smart-Meter-Gateway-Rollout schleppend in Gang kommt, machen die Stadtwerke Haldensleben (SWH) Tempo. Zusätzlich zum nach dem Messtellenbetriebsgesetz (MSbG) vorgeschriebenen Pflicht-Rollout sollen in einer modernisierten Plattenbausiedlung 1600 Messlokationen zu intelligenten Messsystemen aufgerüstet werden.

Das Besondere an dem Projekt: Bis zu elf moderne Messeinrichtungen sollen dabei an ein Gateway angeschlossen werden und so für Kosteneffizienz sorgen. Wie beim Pflicht-Rollout setzen die SWH auf die Komplettlösung zur Smart-Meter-Gateway-Administration der Schleupen AG, die in enger Partnerschaft mit der Soluvia Energy Services GmbH betrieben wird.

Aus der Poleposition starten

Wenn es um den Messstellenbetrieb und Smart-Metering geht, wollen die Stadtwerke Haldensleben aus der Poleposition starten. Ab dem Jahr 2021 können die Anschlussnehmer den Messstellenbetreiber bestimmen (§ 6 MsbG). Darauf wollen sie vorbereitet sein. „Die wettbewerblichen Messstellenbetreiber kommen“, ist sich SWH-Geschäftsführer Detlef Koch sicher. „Und es werden nicht die Kleinen sein, die da kommen.“ Diese Lehre habe er von der diesjährigen E-world mitgenommen. Deshalb verbauen die SWH konsequent moderne Messeinrichtungen und rüsten jetzt schon für eine Wohnungsbaugesellschaft ein komplettes Stadtquartier mit Gateways aus.

Wohneinheiten mit etwa 1000 kWh

Auch wenn hier der Verbrauch pro Wohneinheit nur bei ungefähr 1000 kWh im Jahr liege, rechnen die SWH mit einem rentablen Betrieb. Das liegt daran, dass in jedem Haus zehn Wohneinheiten und der Hausstromzähler an nur ein Gateway angeschlossen werden sollen. Für dieses Modell ist die Kostenstruktur deutlich günstiger als bei einem Verhältnis von einem Zähler pro Gateway. Außerdem wird der Aufwand bei der Ablesung erheblich sinken, was ebenfalls Kosten spart. Zurzeit geht das Modell in die praktische Erprobung. Denn bis jetzt wurden in der Praxis nicht so viele moderne Messeinrichtungen an ein Gateway angeschlossen.

Von dem Projekt erwarteten sich die SWH nicht nur einen finanziellen Vorteil, sondern auch wichtige Erfahrungen für den Pflicht-Rollout, mit dem sie im nächsten Jahr starten wollen, erklärt Reiko Freier, Bereichsleiter Netzbetrieb. Denn hier werden gleich viele Gateways auf engem Raum installiert. So können sich zum Beispiel die Monteure mit der sicheren Lieferkette (SiLKe) auseinandersetzen. Das dabei die Kommunikation mit den Hardwareherstellern funktioniert, setzt Detlef Koch voraus, denn schließlich hätten diese ausreichend Zeit gehabt, sich vorzubereiten.

Unterschiedliche Kommunikationsanbindungen

Ebenfalls wichtig wird die Anbindung der Gateways über den Mobilfunkstandard LTE. Funktioniert die Funkverbindung bei der Montage im Keller? Oder muss man auf den Plan B einer Powerline-Verbindung zurückgreifen? In Haldensleben ist man fest überzeugt, dass der Erfahrungsvorsprung in Verbindung mit einer kosteneffizienten Lösung zur Gateway-Administration sowie eine hohe Zahl früh ausgebrachter Geräte die besten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Messstellenbetrieb in der Zukunft sind. (sg)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper