62 Prozent der Befragten aus dem Energieumfeld, die heute noch nicht auf KI setzen, wollen dies in Zukunft ändern. Die Mehrheit will den Einsatz auf mittelfristige Sicht realisieren.

62 Prozent der Befragten aus dem Energieumfeld, die heute noch nicht auf KI setzen, wollen dies in Zukunft ändern. Die Mehrheit will den Einsatz auf mittelfristige Sicht realisieren.

Bild: © Sergey Tarasov/AdobeStock

„Wir sind stolz, mit Google eines der innovativsten Unternehmen der Welt als Partner gewonnen zu haben", erklärte Michael Strugl, stellvertretender Verbund-Vorstandsvorsitzender, anlässlich der Unterzeichnung einer Absichtserklärung einer langjährigen Partnerschaft seines Unternehmens mit dem Internetkonzern.

Man erwarte sich von der Zusammenarbeit nicht nur Wissensaustausch und Ideen für Geschäftsmodelle, sondern auch einen Schub der Innovationskultur, so Strugl weiter.

Projekte im Energie-Bereich vorantreiben

Warme Worte kamen auch von Google: “Wir sind überzeugt, dass wir gemeinsam mit Österreichs größtem Elektrizitätsversorger deren Projekte im Energie-Bereich dank Google Cloud und Innovationen zu Künstlicher Intelligenz (KI) weiterbringen können", so Christine Antlanger-Winter, Country Director von Google Autria. Die vereinbarten Business- und Arbeitskultur-Themen sollen über das Unternehmen und die Branche hinaus für positive Entwicklungen sorgen.

Geplante Bereiche

Nachdem beide Unternehmen bereits konkrete Themenfelder definiert haben, sollen nun gemeinsame Projekte entwickelt und umgesetzt werden. Und zwar in folgenden Bereichen:

  • Training und Digital Culture: Mit Wissenstransfer und einem Ausbildungsprogramm will sich Verbund von der Innovationskultur bei Google inspirieren lassen.
  • Start Up Ecosystem stärken: 2020 hat der österreichische Energiekonzern den Verbund X Accelerator „The Energy & Infrastructure Innovation-Plattform“ gestartet, um für Themen aus dem Energie- und Infrastrukturbereich Lösungen zu finden und mit Start Ups zu kooperieren. Ab 2021 soll Google hier als Partner mit an Bord kommen, um gemeinsam Potenziale zu heben und die Umsetzung von Innovation zu beschleunigen.  
  • Erneuerbare Energiezukunft: Modernen Technologien ermöglichen bereits heute Anwendugnen im Energiebereich, mit denen dank präziser Geodaten die Effizienz von Photovoltaik-Anlagen erhoben werden kann. Schon bei der Installation lasse sich so die Effizienz steigern und die Errichtungszeit zu reduzieren. Beabsichtigt wird bei einer kundenorientierten Lösung im PV-Bereich zusammenzuarbeiten, gestützt auf KI und Machine Learning (ML) aus Google Cloud-Lösungen.
  • KI für den Energiesektor: Google Cloud und Verbund wollen hier die Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der visuellen Anlageninspektion, datenbasierter vorausschauender Instandhaltung und von Prognosewerkzeugen im Stromhandel untersuchen.

Drei Batteriespeicher für Schnellladestationen

Darüber hinaus vermeldete Verbund, man habe in den vergangenen Monaten drei lokale Batteriespeicher an Ultra-Schnellladestandorten von Smartrics EnBW in Österreich  sowie an zwei Standorten von Allego in Deutschland in Betrieb genommen.

Bis Jahresende sind drei weitere Standorte geplant. Mit diesem innovativen Gesamtkonzept sei man der erste Anbieter am Markt, so Verbund.

350 kW Leistung
 
Die neuen Ultra-Schnellladestationen liefern bis zu 350 kW Leistung. Das bedeutet, dass in nur fünf Minuten 100 km Reichweite geladen werden können.

Was Autofahrer freut, ist für das Stromnetz mit großen Herausforderungen verbunden. Mit zunehmender Ladeleistung für die neueste Generation von Elektrofahrzeugen werden für E-Mobilitäts-Ladehubs Netzanschlussleistungen von bis zu 1 MW benötigt.

Entlastung des Stromnetzes

Das Projekt "SYNERG-E" greift diese Herausforderungen und die damit verbundenen hohen Systemkosten für Errichtung und Betrieb von Hochleistungs-Ladeinfrastruktur für Elektromobilität auf und entwickelt neue Lösungen.
 
Die Hauptaufgabe der Energie-Kraftpakete ist die Entlastung des Stromnetzes durch „Peak-Shaving“. Wenn E-Autos an Ultra-Schnellladestandorten mit bis zu 350 kW laden, dann kann ab sofort ein Teil der benötigten Energie und Leistung auch aus der Batterie kommen.

Damit werde sichergestellt, dass das Stromnetz nicht zu sehr belastet wird und die Netzgebühren im Rahmen bleiben. In Phasen, in denen keine Ladung an der Ladestation stattfindet, werden die Speicher mit 100 Prozent erneuerbarem Strom von VErbund wieder aufgeladen und deren Flexibilität für Netzdienstleistungen - Regelenergie - eingesetzt.
 
Einsatz am Regelenergiemarkt

Die Batteriespeicher am Verteilerkreis in Wien Favoriten, in Feldkirchen bei Graz und Innsbruck sind laut Unternehmensangaben die ersten für den Regelenergiemarkt präqualifizierten Batteriespeicher in Österreich.

Auch die beiden Batteriespeicher in Bergkirchen und Heppenheim werden präqualifiziert und sind für den Einsatz am Regelenergiemarkt in Deutschland vorgesehen. Zusätzlich lassen sich die Flexibilitäten der Batterien auch für den Intraday-Markt nutzen.

Schwarm-Steuerung

Durch die intelligente Optimierung und Schwarm-Steuerung über Volery, eine digitale Optimierungsplattform der Verbund Energy4Business GmbH, werden die Batterien zu den günstigsten Zeiten aufgeladen und am Energiemarkt vermarktet.
 
Die Steuerung bzw. Überwachung aller Systemkomponenten wie Batterie, Ladestation und Netzanschluss übernimmt das „Smart Grid Management System“. (sg)

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