Kundenportale oder Apps zur Visualisierung der Energiedaten und -kosten sind heute fast schon ein Must-Have im Produktportfolio der Stadtwerke.

Kundenportale oder Apps zur Visualisierung der Energiedaten und -kosten sind heute fast schon ein Must-Have im Produktportfolio der Stadtwerke.

Bild: © Voltaris

Die Stadtwerke stehen derzeit aufgrund der hohen Energiepreise vor großen Herausforderungen, die kaum Zeit für neue Themen lassen. Dennoch: Prozesse und Systeme für den intelligenten Messstellenbetrieb – und damit für die Energiewende – stehen bereit. Im Online-Workshop der Voltaris Anwendergemeinschaft ging es um den neuesten Stand der Entwicklungen, unter anderem der Status Quo beim Rollout intelligenter Messsysteme (iMSys).

„Nachdem die Hardware-Liefersituation im Jahr 2022 sehr angespannt war, werden die Hersteller wohl bald wieder in größeren Stückzahlen lieferfähig sein“, so Stephan Röhrenbeck, Teamleiter Produktentwicklung und Projektmanagement bei Voltaris. Die frühzeitige Bestellung des Jahresbedarfs 2023 empfiehlt er dennoch dringend.

Gesetzgeber vereinfacht den Smart Meter Rollout

Roland Olbrich von der Horizonte-Group, sieht eine deutliche Beschleunigung der gesetzgeberischen Prozesse, seit der Bundesnetzagentur die Kompetenz zur technischen und wirtschaftlichen Ausgestaltung des Schaltens und Steuerns über intelligente Messsysteme übertragen wurde. Und nachdem Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck im Oktober einen politischen Neustart des Smart Meter Rollouts angekündigt hat, geht die Branche Olbrich zufolge davon aus, dass der Rollout endlich Fahrt aufnehmen wird.

CLS-Management ist Pflicht

Auf die Frage, zur Entwicklung von Mehwertdienste im Rahmen des intelligenten Messsystems für Stadtwerke sieht Röhrenbeck das Smart Meter Gateway eindeutig als die regulatorisch gewollte Kommunikationstechnologie. Das CLS-Management diene dabei als Basistechnologie.

„Mit dem CLS-Management müssen sich die Stadtwerke auf jeden Fall beschäftigen“, ist sich Röhrenbeck sicher. „In ein bis zwei Jahren wird das Schalten und Steuern verpflichtend sein. Das CLS-Management-System fungiert dabei als Internet-of-Things-Hub – sowohl für die Netzleitstelle als auch für das Submetering.“

Roadmap 2023: Anbindung an die ERP-Systeme

Bei Voltaris selbst stehen in den kommenden Monaten weiterhin die Prozesse des intelligenten Messsystems und die Schnittstellenanbindung an die ERP-Systeme der Stadtwerke im Mittelpunkt. Einige Systeme habe man bereits produktiv angebunden (SAP, Schleupen, IS Software und SIV).

Einige Stadtwerke-Partner befinden sich demnach in der finalen Testphase, die kommunikationstechnische Anbindung von weiteren ist in Durchführung. Die Organisation der Anbindungsprojekte erfolgt in Kooperation mit den Stadtwerken nach einem speziell konzipierten Projekt- und Prozessvorgehen. Einige vollautomatisierte Schnittstellen sind bereits seit Mai 2021 im Einsatz.

Schnittstellen-Integration und System für aktive Energiemarktteilnehmer

Nach ersten Tests im Rahmen des Forschungsprojektes Designnetz ist bei Voltaris derzeit außerdem die Pilotierung eines Test- und Produktivsystems für aktive Energiemarktteilnehmer (aEMT) in vollem Gange. „Ein aEMT-System ist die Basis für das CLS-Management“, erklärt Marcus Hörhammer, Leiter Produktentwicklung und Vertrieb, „denn über die CLS-Schnittstelle der Smart Meter Gateways werden alle Aktivitäten aktiver externer Marktteilnehmer (aEMT) abgewickelt“.

Netz-und marktdienliche Funtionen des intelligenten Messsystems: Netzzustandsdaten und Visualisierungs-Lösungen

Für die Überwachung und Steuerung der Netze müssen die Netzbetreiber auf verlässliche Netzzustandsdaten zugreifen können. Die Bereitstellung dieser Funktion des Smart Meter Gateways wird mit dem Tarifanwendungsfall (TAF) 10 beschrieben. Auch die Visualisierung der Energiedaten im Webportal – und damit die Transparenz über den Verbrauch – wird laut dem Messstellendienstleister aus Maxdofr im Zuge der Energiewende immer wichtiger. Hier biete manneben den Portalen für Gewerbekunden auch die Lastgangdatenvisualisierung für Haushaltskunden an, inklusive individuellem Branding des Stadtwerks. (sg)

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