Rohstoffe für Elektromobilität müssen nachhaltiger abgebaut werden.

Rohstoffe für Elektromobilität müssen nachhaltiger abgebaut werden.

Bild: © agnormark / stock.adobe.com

Für Versorgungsunternehmen sind die Prozesse rund um den Aus- und Umbau von Anlagen und Infrastruktur sowie deren Instandhaltung ein zentraler Erfolgsfaktor. In der Vergangenheit standen bei den Unternehmen aber vor allem die Optimierung und Digitalisierung von Prozessen im Einkauf oder Vertrieb im Fokus. Inzwischen zeigt sich, dass auch bei Bau- und Instandhaltungsprozessen weitreichende Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung bestehen.

"Aus unseren Kundenprojekten wissen wir, dass viele Unternehmen aktuell dabei sind, umfangreiche Infrastruktur- und Investitionsprogramme, etwa im Kontext von Energiewende und Mobilitätswandel, umzusetzen", sagt Andre Schönberger, Partner von PWC Deutschland. Dabei würden sich angesichts der zunehmenden Komplexität der Anlagen zusätzliche Anforderungen an die Planung, Konstruktion und Wartbarkeit ergeben. Weitere Herausforderungen seien der Fachkräftemangel und die Notwendigkeit des effizienten Ressourceneinsatzes.

ERP-Transformation als Schüssel zum Erfolg

"So sieht ein Großteil der Kunden in ihren aktuell laufenden oder geplanten ERP-Transformationsprojekten eine Chance zur Optimierung und Neuausrichtung ihrer spezifischen Bau- und Instandhaltungsprozesse sowie der relevanten IT-Umsysteme, aber auch eine überfällige und dringend zu lösende Aufgabe", so Schönberger weiter.

PWC hat daher die Erfahrungen bei den Kunden und deren Probleme in einem Whitepaper zusammengefasst. Folgende Stellschrauben wurden dabei definiert:

Daran hakt es

Fehlende Transparenz und End-to-End-Betrachtung der Prozesse. Vor allem bei der Schnittstelle Technik und kaufmännischer Auftrags- und PRojektbearbeitung würden aufgrund unzureichender Prozesstransparenz und Informationsasymmetrien zwischen den Akteuren und Abteilungen häufig zu Ineffizienzen oder Fehlern bei der Bearbeitung von Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen kommen.

Unzureichende Anbindung komplexer und vielfältiger Prozess- und Systemschnittstellen. Oft sei die Anbindung noch manuell oder nicht integriert. Der vielfältige Einsatz von Vor- bzw. Umsystemen und Speziallösungen sei dadurch bedingt, dass die Prozesse in der Regel nicht ganzheitlich betrachtet würden.

Besonders komplexe Abrechnung bzw. Verrechnung von Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen. Vor allem bei Energieversorgern und Netz-/Infrastrukturbetreiber würden ihre Verrechnungen teilweise über komplexe Auftragsstrukturen und Abrechnungsregeln mithilfe kundeneigener Entwicklungen oder häufig uach manuell durchführen. Dadurch, dass auch die Projekte und Maßnahmen immer komplexer werden, erhöhe sich für viele der Handlungsdruck hinsichtlich Integration, Standardisierung und Automatisierung.

Fehlende Digitalisierung. Mehr als 90 Prozent der PWC-Kunden schätzen demnach das Digitalisierungspotenzial für relevante Bau- und Instandhaltungsprozesse als hoch oder sehr hoch ein. In vielen Projekten identifiziere man in der operativen Auftrags- und Projektbearbeitung ebenfalls ein hohes Maß an manuellen teils papierbasierten Prozessen. Bei vielen Kunden sei der Einsatz mobiler digitaler Endgeräte bei der Erfassung, Steuerung, Bearbeitung und Dokumentation im Rahmen von Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen noch nicht Standard. Die Anagendokumentation erfolge ebenfalls häufig noch auf Papier bzw. ohne Einsatz moderner Technologien. Digitale Lösungen zur Zustandsüberwachung von Anlagen über das Internet of Things oder die Vorhersage bzw. Vermeidung von Ausfallzeiten hingegen seien bisher kaum anzutreffen.

Ganzheitliche Prozessbetrachtung und Digitalisierung

Das Beratungshaus rät daher zu einer ganzheitlichen Prozessbetrachtung. Dazu müssen allerdings die relevanten Stakeholder, Geschäftsbereiche, Systemverantwortliche und die dazugehörigen Informationsstrukturen einbezogen werden, so PWC.

Neben einer ganzheitlichen End-to-End-Abbildung der Bau- und Instandhaltungsprozesse spiele die Digitalisierung der relevanten Prozess- und Arbeitsschritte eine zunehmend große Rolle, heißt es weiter. Im Fokust stünden dabei die effiziente Ausgestaltung der ERP-Systeme und deren Kernprozesse und -funktionen sowie neue Technologien, die zur verbesserten Prozessanalyse, -steuerung und -bearbeitung eingesetzt werden können. (sg)

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