Das Start-up White Grid aus Hamburg entwickelt digitale Energie-Services für Endkunden. Unter der Dachmarke Energie-Bo gibt es die unterschiedlichen Module Wechsel-Bo, Ablese-Bo, Spar-Bo und Vergleich-Bo. Wechsel-Bo steht für einen automatischen Wechselservice für Strom- und Gastarife sowohl für Privathaushalte und Gewerbe. Das Produkt bietet das Start-up zudem als White-Label-Lösung für andere Unternehmen an – etwa für Stadtwerke.
Bei Vergleich-Bo werden große Haushaltsgeräte anhand der Anschaffungs- und Energiekosten verglichen. Mit Ablese-Bo bietet intelligente Messsysteme in die das Modul Wechsel- und Vergleich-Bo integriert ist. Spar-Bo steht für den Online-Shop mit Energiesparprodukten.
"Diese Welt wird in Kürze um die Themen: PV-Anlage, Speicher und Heizung ergänzt. Quasi ein anbieterunabhängiges, digitales Stadtwerk", erklären die Geschäftsführer Alexander Gebauer und Stefan Malcherek. Der 40-Jährige BWLer Gebauer, der bei Eon lange Jahre Bereichsleiter Erneuerbare Energien war, gründete vor 1,5 Jahren White Grid zusammen mit seiner ehemaligen rechten Hand bei Eon Stefan Malcherek, 36 Jahre und ebenfalls BWLer. Beide standen der ZfK im Interview Rede und Antwort.
Herr Gebauer und Herr Malcherek, wie funktioniert das Prinzip von Ablese-Bo?
Das ist das Produkt, das den intelligenten Stromzähler mit dem Stromanbieterwechsel kombiniert. So bekommen wir, wenn erforderlich live, den Energieverbrauch unserer Kunden. Bei einem anstehenden Wechsel können wir diese Werte heranziehen und ihm ein passgenaues Angebot für die neue Verbrauchsperiode machen. Zudem hat es den Vorteil, dass es dem Kunden weitere Teile seiner Arbeit für einen jährlichen automatisierten Anbieterwechsel abnimmt.
Der Anbieterwechsel erfolgt also automatisch. Wie funktioniert das ohne Unterschrift und explizites Ja zum Wechsel?
Im ersten Schritt durch eine E-Mailerinnerung. Insgesamt sind es drei Mails, die dem Kunden die besten Tarife für die neue Verbrauchsperiode vorschlagen. Er wählt einen aus, bestätigt die AGBs und schon geht es im besten Tarif weiter. Bei Kunden, von denen wir eine Vollmacht erhalten haben, funktioniert es noch einfacher.
Sie bieten den Kunden zudem individuell zugeschnittene Angebote an. Was wären solche?
Alles – ein Wechsel kann anhand der Verbrauchsdaten bei entsprechenden Tarifen, sprich Vertragslaufzeiten, auch täglich gewechselt werden.
Wie entstand das Produkt?
Die Idee entstand aus der Idee, dem Kunden anhand von datengetriebenen Geschäftsmodellen und individuellem Kundenservice echte Mehrwerte zu bieten. Zeit und Geld für den Kunden zu sparen, ohne das er sich mit der komplexen Energiewelt auseinandersetzen muss. Das übernimmt dann der Bo.
Auf welcher Basis werden die Tarife ausgesucht?
Derzeit läuft unser Modell noch als Provisionsmodell. Wir bieten jedoch alle Anbieter an, sofern sie von uns als seriös erachtet werden. Wir schließen demnach aktiv Anbieter aus, die ein für den Kunden unfaires Geschäftsgebahren anbieten. Zum 1. Januar werden wird das Provisionsmodell verlassen, um unsere Unabhängigkeit noch weiter zu unterstreichen. Die Daten für den Tarifwechsel bekommen wir derzeit aus unterschiedlichen Quellen.
Der intelligente Stromzähler von Ablese-Bo kostet jährlich 60 Euro und einmalig 69 Euro. Kann der Kunde damit wirklich Geld einsparen?
Im Schnitt über alle Privatkunden spart ein Kunde im ersten Jahr – aus der Grundversorgung kommend – 250 Euro. In den kommenden Jahren sind es aufgrund der Bonuspolitik der Anbieter weitere 200 Euro und das jedes Jahr. Demnach: Ja es lohnt sich. Zudem zahlt der Kunde für seine Messstelle jetzt auch schon eine Messstellengebühr. Diese entfällt dann.
Gibt es eine Garantie für die Einsparung, wenn das Einsparziel nicht erreicht wird?
Nein, eine Garantie gibt es nicht. Neben dem Wechsel hat der Kunde weitere Vorteile durch den intelligenten Stromzähler durch Visualisierung oder das Erkennen von Energiefressen im Haushalt.
Die Fragen stellte Stephanie Gust



