Die dena hat sich in 250 Energieunternehmen umgehört, wie es um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) steht. Die Entscheider wissen um die Chancen der selbstlernenden Software vor allem in Anbetracht der Energiewende, allerdings gilt es bis zum flächendeckenden Einsatz noch die ein oder andere Hürde zu nehmen.
74 Prozent der Unternehmer gehen davon aus, dass sich der Einsatz von KI-Technologien positiv auf die Energiewende auswirken wird. Insbesondere für die Sektorenkopplung und die intelligente Optimierung des Energiesystems sehen 82 Prozent der Befragten die intelligente Software als Schlüsseltechnologie. Beispielsweise können Erneuerbaren-Anlagen durch KI-gestützte Analysen von Wetter- und Sensordaten genauere Erzeugungsprognosen ermöglichen, wodurch sich Wirtschaftlichkeit und Netzstabilität verbessern lassen.
Zu wenig informiert
Was dem derzeit noch im Weg steht, ist allerdings mangelndes Wissen und mögliche Anwendungsfälle und Geschäftsmodelle. Nur jeder achte verfügt derzeit über eine KI-Strategie. Ebenfalls verschwindend gering ist der Anteil an Entscheidern, die in KI investieren (sieben Prozent) oder bereits Investitionen geplant haben (sechs Prozent).
Dabei wird mangelndes Wissen als größte Hürde benannt. Lediglich 17 Prozent der Unternehmen fühlen sich gut über KI-Themen informiert. Nur etwa ein Drittel (36 Prozent) sucht aktiv nach Informationen. Dennoch wollen offenbar rund 35 Prozent der Befragten das Thema in Zukunft verstärkt angehen.
Fachkräfte ausbilden
Wie das klappen kann, erklärt Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung: „Der Fokus bei der weiteren Debatte über die Nutzung von KI sollte daher auf konkreten Anwendungsfällen liegen. Wir brauchen eine Ausbildungsoffensive für IT-Fachkräfte im Energiesektor. Außerdem können Netzwerke und Partnerschaften zwischen etablierten Akteuren und Start-ups die Verbreitung von KI in der Energiebranche beschleunigen."
Die Politik setzt derweil auf eine neue Förderinitiative zur KI-basierten Technologien. Unter dem Namen „KI-Leuchttürme für Umwelt, Klima, Natur und Ressourcen“ sucht das Bundesumweltministerium Projekte, die KI nutzen, um ökologische Herausforderungen zu bewältigen. Dazu stehen aus dem Haushalt 27 Mio. Euro bereit.
Zwei Förderaufrufe gestartet
Zwei Förderlinien gibt es: Während ein Call auf kreative, innovative Ideen von Newcomern mit oder ohne Fördererfahrung setzt, geht es im zweiten Aufruf um Projekte mit einem höheren Reifegrad. Die Bewerbungsfrist für beide Linien läuft bis zum 30. September. (ls)



