Vertreter der Energie- und Wasserwirtschaft in Deutschland haben sich auf ein gemeinsames Branchenmodell für den Bau und Betrieb eines bundesweiten 450-MHz-Funknetzes geeinigt. Damit sind sie als Betreiber kritischer Infrastruktur darauf vorbereitet, die sichere 450-MHz-Funkfrequenz gemeinsam zu nutzen. Voraussetzung für die Umsetzung ist die Zuweisung der Frequenzen durch die Bundesnetzagentur.
Eine der wichtigsten Eigenschaften der 450-MHz-Funknetze ist die sogenannte Schwarzfallfähigkeit. Herkömmliche Telekommunikationsnetze fallen ohne Strom nach wenigen Stunden aus, wie die Wemag mitteilt. "Unsere Lösung ist mehrfach abgesichert und schwarzfallfest. Sollte es je zu einem flächendeckenden Blackout kommen, können wir die Stromnetze schnell wieder hochfahren. Ohne funktionierende Kommunikationsmöglichkeit wäre das sehr schwer bis unmöglich", erklärt Thomas Murche und verweist auf den ersten Funkmast der Wemag in Schwerin, der kurz vor seiner Fertigstellung steht.
Bis zu 33 Funkmaste im Netzgebiet der Wemag
Neben der sicheren Notfallkommunikation sollen über das 450-MHz-Funknetz auch Smart Meter (intelligente Zähler) und Smart-Grid-Anwendungen (intelligentes Stromnetz) angebunden werden. "Bis zum Ende des Jahres 2021 sollen allein im Netzgebiet der Wemag Netz 33 Funkmaste entstehen", führt Murche weiter aus. Bis Ende 2022 sollen über 300 Funkmaste in den Netzgebieten der heutigen Ankerkunden entstehen.
Die vier gleichberechtigten Gesellschafter des Joint Venture 450connect GmbH werden mit je 25 Prozent:
- der bisherige Eigentümer der 450connect – die Alliander AG,
- ein Konsortium kommunaler Regionalversorger,
- die Regionalversorger der E.ON SE/innogy SE sowie
- die Versorger-Allianz 450, ein Zusammenschluss von Stadtwerken, Energie- und Wasserversorger unter Beteiligung der EnBW. (gun)
