Herr Briese, die Transparenzinitiative IT-Lösungen Meter-to-Cash geht in die zweite Runde. Um was geht es hier denn überhaupt?
Der Bundesverband der Energiemarktdienstleister, BEMD, hat 2017 begonnen, einen umfangreichen Kriterienkatalog für Anbieter von IT-Lösungen für den Abrechnungsprozess in den aktuellen Marktrollen zu entwickeln. Dieser basierte auf dem Standardleistungsverzeichnis, das der Verband entwickelt hat und das ausführlich die gesamten Prozesse Meter-to-Cash abbildet. Dieser Kriterienkatalog wurde bei den betreffenden IT-Lösungsanbietern abgefragt, um transparent zu machen, welches System zum Beispiel welche Prozesse und Marktrollen wie abbildet. Auf der Basis der Antworten veröffentlichten wir 2018 eine Anbietermatrix und stellten ein entsprechendes Recherchetool online (www.bemd.de).
Die Markttransparenzinitiative "IT-Lösungen Meter to Cash" umfasste bislang 15 IT-Lösungen, die nach über 70 Auswahlkriterien gefiltert dargestellt werden konnten. In der Neuauflage 2019 wurde nun zum einen der Kriterienkatalog erweitert – zum Beispiel um das Thema usability –, zum anderen wurden nach einer Vorprüfung acht weitere IT-Lösungsanbieter aufgenommen. Sie alle erfüllen die Mindestanforderungen im Sinne der "Meter to Cash"-Prozesse und werden somit in die Anbieterabfrage in diesem Jahr integriert. Weiterhin werden die bestehenden 15 IT-Lösungen nach dem erweiterten Kriterienkatalog befragt. Die Ergebnisse der neuen, erweiterten Transparenzinitiative werden im zweiten Halbjahr in einem BEMD-Forum vorgestellt werden.
Der BEMD selbst hat sich ebenfalls geändert und steht künftig Fachbereichen von Stadtwerken offen. Wie kam es zu dieser Öffnung (Gründe) und wie läuft hier die Nachfrage?
Der BEMD hat im letzten Jahr einen Strategieprozess durchlaufen, an dessen Ende der Beschluss stand, sich im Sinne eines Netzwerkes für alle Dienstleister im Meter-to-Cash-Prozess weiterzuentwickeln, um umfassende Services für die bestehenden Mitglieder sowie auch für neue Mitglieder anzubieten. Wer also generell an Geschäftsprozessen im Sinne der Energiemarktdienstleistungen beteiligt ist, kann nun beim BEMD Mitglied werden; dies schließt logischerweise auch Abteilungen von Stadtwerken ein. Nachdem bisher schon sowohl freie als auch konzernabhängige Unternehmen Mitglieder waren und einige Gesellschaften auch wieder in die "Mütter" eingegliedert wurden, ist dies ein konsequenter Schritt. Ein erstes Beispiel dafür ist die Geschäftseinheit Operations der EnBW, die sich bereits auf der 21. ordentlichen Mitgliederversammlung am 16. November in Mannheim als Neumitglied vorstellen konnte.
Neu hinzu gekommen ist auch eine neue Arbeitsgruppe zum Thema Personal Aus-/Weiterbildung …
Durch den verstärkten Fachkräftemangel aufgrund der demographische Entwicklung sowie die steigenden Anforderung der Kunden suchen sämtliche Bereiche unserer Mitglieder qualifiziertes Personal: vom Key-Account-Manager bis zum Anwendungsentwickler. Der BEMD unterstützt seine Mitglieder schon länger mit der Veröffentlichung von Stellenanzeigen und hat nun eine neue Arbeitsgruppe gegründet, deren Zielsetzung, Aufgaben und Maßnahmen aktuell noch im Detail definiert werden. Ziel ist es voraussichtlich, Übersichten und Services, gegebenenfalls auch Standards zu erarbeiten und zum Beispiel einen internen, übergreifenden Seminarkatalog anzubieten, der Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für alle Mitglieder zugänglich macht. Der Verband wird seine Mitglieder damit auch bei der Handhabung des Themas Personalakquise, -bindung und -qualifikation unterstützen.
Die Fragen stellte Stephanie Gust

