In der Nähe der niederländischen Stadt Groningen befindet sich das größte Gasfeld Europas. Da die Produktion immer wieder zu Erdbeben geführt hat, hat die Regierung die Förderung gedrosselt und den Ausstieg beschlossen.

In der Nähe der niederländischen Stadt Groningen befindet sich das größte Gasfeld Europas. Da die Produktion immer wieder zu Erdbeben geführt hat, hat die Regierung die Förderung gedrosselt und den Ausstieg beschlossen.

Bild: © alpegor/Adobestock

Die niederländische Regierung hat den durch jahrzehntelange Gasförderung geschädigten Regionen Entschädigungen in einer Gesamthöhe von rund 22 Milliarden Euro zugesagt.

Dies sei eine "Ehrenschuld", die das Land gegenüber den betroffenen nördlichen Regionen Groningen und Drenthe einlösen werde, sagte Ministerpräsident Mark Rutte am Dienstag in Groningen. Er versprach ein umfassendes Maßnahmenpaket.

Durch die Gasproduktion im Norden hatte es hunderte von Erdbeben gegeben und waren zahlreiche Gebäude beschädigt worden. Eine Untersuchungskommission hatte dem Staat und Ölgesellschaften bescheinigt, die Sicherheit der Menschen missachtet zu haben. Rutte entschuldigte sich nun im Namen der Regierung erneut dafür, dass Menschen «jahrzehntelang im Stich gelassen wurden».

Die Regierung will in den kommenden 30 Jahren jährlich 250 Millionen Euro in die Region investieren, um ihr wirtschaftliche Perspektive zu geben. Schäden an Gebäuden sollen unbürokratisch ersetzt werden.

Hunderte Beben

Durch die Gasproduktion nahe der Grenze zu Niedersachsen hatte es seit 1986 rund 1600 Erdbeben gegeben. Zehntausende Gebäude wurden schwer beschädigt, rund 100 000 Menschen waren betroffen. Noch immer wurden nicht alle Bürger entschädigt. 2018 hatte die Regierung beschlossen, schrittweise die Produktion bis 2023 zu beenden.

Bedeutende Gaslieferungen

Das Groninger Erdgasfeld war 1959 entdeckt worden, 1963 begann die Produktion. Das Gasfeld Groningen ist das größte Europas.

Die Niederlande wurden nach Norwegen zum größten Erdgasproduzenten Europas. Der Staat verdiente mehr als 360 Milliarden Euro, die beteiligten Öl-Gesellschaften Shell und Exxon Mobil rund 66 Milliarden Euro. (dpa/pfa)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper