Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) schaltet sich mit einem umfangreichen Positionspapier in die Debatte über den Um- und Ausbau der Strom- und Gasnetzinfrastruktur ein. Es liegt der ZfK vorab vor. Wie Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH, in einem Pressegespräch betonte, müsse der Netzausbau sich zwingend an der Erreichung der Klimaziele orientieren. Insbesondere bei den Gasnetzen sei das aktuell noch nicht der Fall.
Das Gasnetz spiele bei der Energiewende bisher kaum eine Rolle – obwohl die Zukunft nach Überzeugung der DUH den grünen Gasen gehöre. „Wir müssen raus aus dem fossilen Gas“, fordert Müller-Krenner und fordert einen Stopp der Ausbauplanungen in diesem Bereich. Es brauche gute Planungsprozesse und Planungskriterien, um das Gasnetz in Richtung Klimaschutz zu entwickeln.
Wasserstoff als kostbares Gut
Wasserstoff werde dabei eine wichtige Rolle spielen, so der DUH-Chef weiter. Dieser sei allerdings so kostbar, dass er Anwendungen vorbehalten sein müsse, die keine günstigeren Möglichkeiten für die Defossilisierung haben.
Von Wasserstoff-Beimischungen ins Gasnetz hält die DUH nichts. „Wir brauchen separate Leitungen für grünen Wasserstoff“, machte Müller-Krenner unmissverständlich klar.
Wasserstoff eindeutig regulieren
Zugleich spricht sich die DUH für eine eindeutige Regulierung von Wasserstoff aus. Der Bau von Wasserstoffleitungen werde aktuell im EnWG nicht sachgerecht adressiert.
Mit Blick auf das Stromnetz macht sich die DUH für einen Ausbau stark Dieser sei klimapolitisch und volkswirtschaftlich der günstigste Weg. Grundlage müsse ein Energiesystem mit 100 Prozent Erneuerbaren sein. Luft nach oben gebe es beim Dialog mit den Bürgern.
Kapferer: Wirtschaftlichkeit in den Blick nehmen
50-Hertz-CEO Stefan Kapferer stimmte den Forderungen der DUH in weiten Teilen zu. Zentral für den Erfolg der Energiewende sei eine integrierte Planung der Strom- und Gasnetze. Dabei müsse auch stets die volkswirtschaftliche Effizienz im Blick behalten werden. „Den Wasserstoff-Pkw oder die Wasserstoff-Heizung im Einfamilienhaus – das sehe ich so erstmal nicht“, sagte er. E-Autos und Wärmepumpen seien hier die wirtschaftlicheren Varianten.

