Die vorläufigen Netzentgelte steigen und damit auch die Grundversorgungspreise für Gas insgesamt. Nach Berechnungen von Enet zahlt ein durchschnittlicher Familienhaushalt mit einem Gasverbrauch von 20.000 kWh in Deutschland in diesem Jahr insgesamt 1.275,91 Euro. Das sind 4,45 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.
Für die Analyse wurden bisher von 486 von 717 Versorgern in der Enet-Datenbank erfasst. 352 davon haben Preiserhöhungen angekündigt, betroffen sind 223 Tarife. Nur 29 Unternehmen senken die Preise. Das entspricht rund elf Prozent aller erfassten Anbieter. Bei 33 Versorgern respektive in 214 Tarifen bleiben die Preise so wie im Vorjahr.
EWR: Ein Plus von 26 Prozent
Die größte prozentuale Preiserhöhung trifft Musterhaushalte laut Enet im Versorgungsgebiet der EWR AG in Worms. Dort steigt der jährliche Gaspreis im Grundversorgungstarif um rund 26 Prozent, von 1.196 auf 1.507,64 Euro. Eine ähnlich große Verteuerung trifft Grundversorgungskunden der Ohra Energie in Thüringen. Bei der Energieversorgung Ergolding-Essenbach aus Bayern steigt der Gaspreis im Tarif „EVE“ um fast 19 Prozent, nämlich von 1.078,16 Euro auf 1.278,16 Euro. Der Preis all dieser Gasversorger liege damit über dem bundesdeutschen Durchschnitt, heißt es in der Pressemitteilung
Die größte prozentuale Vergünstigung erwartet Gaskunden in der „Grund- und Ersatzversorgung“ der Energie SaarLorLux im Saarland. Hier sinkt der Preis von 1.456,15 Euro auf 1.346,35 Euro. Das ist ein Rückgang um acht Prozent. Kunden der Eon Energie Deutschland erhalten ihr Gas nun sieben Prozent günstiger. Der jährliche Gaspreis beträgt dort in diesem Jahr 1.160 Euro. Auch Familienhaushalte in der „Haushaltsvollversorgung" der Nienburg Energie in Niedersachsen profitieren laut Enet deutlich. Der jährliche Gaspreis sinkt hier von 1.170 Euro auf 1.094 Euro und damit um 6,5 Prozent. (hoe)