Der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW), Gerald Linke, und der Vorstandsvorsitzende des Berliner Versorgers Gasag, Gerhard Holtmeier, halten steigende Anteile an Erdgas im Wärmesektor für notwendig, um die Klimaziele zu erreichen. Der Umstieg von Öl- auf Gasheizungen könne schnell große CO2-Einsparungen bringen, so Holtmeier. Darüber hinaus fordert der Gasag-Chef eine europäische Zielvorgabe von zum Beispiel 20 Prozent Wasserstoff in den Gasnetzen im Jahr 2030.
Nur so würden die Gasnetzbetreiber einen Anreiz haben, dafür zu sorgen, dass Wasserstoff ins Erdgas gemischt werden kann. Sind die Netze erstmal in der Lage, die grünen oder blauen Wasserstoff-Anteile zu transportieren, könne man im Anschluss dann überlegen, wie man den Erneuerbaren-Anteil im Wasserstoff-Anteil und im Erdgas-Anteil erhöhen kann, so Holtmeier weiter. Diese Schritte müssten aber erstmal unabhängig voneinander gedacht werden.
"P2G wird nicht den Bedarf an grünem Wasserstoff decken"
Zusätzlich müsse klar sein, dass Power-to-Gas (P2G) in Deutschland nicht den Bedarf an grünem Wasserstoff decken können wird. Allein ein Prozent Wasserstoff in Berlins Gasnetzen würde 300 MW Windstrom benötigen, rechnet der Gasag-Chef vor. Man müsse also für einen Markteintritt von P2G in Deutschland sorgen, gleichzeitig spielten aber auch Importe aus Russland oder Norwegen eine Rolle, fügt Linke hinzu. (pm)
