Die europäischen LNG-Importe steigen im August wieder auf 109 Tankerlieferungen, nachdem in den beiden Vormonaten Juni und Juli die Lieferungen auf 102 und 91 Ladungen zurückgegangen waren.
Hauptverantwortlich für die Zunahme waren die wieder gestiegenen LNG-Importe aus den USA. Nachdem im Vormonat die USA nur 47 Ladungen nach Europa exportiert hatten (2,5-Jahres-Tief) stiegen die Importe im August wieder auf 74 Ladungen an.
Der LNG-Marktanteil der USA lag damit im August bei 68 Prozent. Die russischen Importe fallen mit nur sieben Ladungen auf den tiefsten Stand seit rund vier Jahren; der Wegfall der Spotlieferungen durch das graduelle Importverbot zeigt Wirkung.
LNG-Nachfrage in Asien steigt
Auch die asiatischen LNG-Importe legten im August deutlich gegenüber den Vormonaten zu und steigen mit insgesamt 303 LNG-Ladungen auf den höchsten Stand seit Januar dieses Jahres.
Russland baut seine Exporte vor allem nach China und Japan aus und exportierte in den gesamten asiatischen Markt im August insgesamt 18 LNG-Ladungen. Das ist der höchste Stand seit Dezember 2025. Die Schätzungen gehen davon aus, dass im August wahrscheinlich zwei Ladungen aus dem sanktionierten russischen Terminal LNG Arctic 2 nach China ans Terminal Tieshan/Beihai gingen.
Größter Exporteur im asiatisch-pazifischen Raum ist Australien, was im Vormonat mit insgesamt 99 Tankerexporten in die asiatischen Nachbarländer ein Allzeithoch markiert hatte. Im August wurden insgesamt 92 Lieferungen in die asiatischen Länder exportiert.
Die USA haben in diesem Jahr ihre Exporte nach Asien signifikant ausgebaut und haben 2026 bisher bereits rund 275 Ladungen nach Asien exportiert; 2025 waren es insgesamt nur 229 Ladungen.
Einbruch von LNG-Lieferungen aus Katar
Seit April kam in Europa aus Katar keine LNG-Lieferung mehr an, die letzte ging am 30. März ins italienische LNG-Terminal Rovigo. Seitdem hat Qatar nur sieben Lieferungen nach Asien verschifft; vier davon gingen nach China, zwei nach Indien und eine Ladung ging nach Japan. Dazu gingen vier LNG-Ladungen nach Kuwait.
Zum Vergleich der Zeitraum April-August 2025: Katar verschiffte 238 LNG-Ladungen nach Asien, 23 nach Kuwait und 38 nach Europa. Die größten europäischen Abnehmer waren damals Italien mit 17 Lieferungen, Belgien mit 10 und Polen mit sieben.
Italien konnte den Wegfall durch einen Ausbau der US-amerikanischen und algerischen Lieferungen sogar überkompensieren, Polen ersetzte ebenfalls durch US-LNG. In Belgien nahmen die US-LNG-Importe 2026 jedoch deutlich ab, dazu belastet der graduelle Rückgang der russischen Lieferungen. Das Zeebrugge-Terminal ist in diesem Jahr daher bisher nur zu 53 Prozent ausgelastet.
Katar kann die Blockade lange aushalten
Der massive Rückgang der Exporte hat Katar bisher schätzungsweise rund 25 Milliarden USD an Exporterlösen gekostet. Rund 80 Prozent der Staatseinnahmen hängen an den Erlösen aus LNG, dazu leidet das Land unter dem massiven Rückgang des Tourismus in der Region. Ein Staatsbankrott droht Katar dennoch nicht so schnell. Die Qatar Investment Authority verwaltet ein Vermögen von schätzungsweise einer halben Billion Dollar.
Dieser Staatsfonds ist global breit diversifiziert (Aktien, Immobilien, ausländische Firmenbeteiligungen). Er wirft auch dann kontinuierlich Renditen ab, wenn die eigenen Gasexporte blockiert sind. Katar könnte damit die wirtschaftlichen Folgen der Sperrung der Straße von Hormus mehrere Jahre lang, wenn nicht jahrzehntelang, durchhalten.