Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) will sein Bundesland zum Top-Standort für die Produktion von grünem Wasserstoff machen. Wie Schleswig-Holstein bundes- und europaweit eine Vorreiterrolle bei der Erzeugung, Verteilung und Nutzung von grünem Wasserstoff einnehmen kann, verdeutlichten Referenten aus Wirtschaft und Politik im Rahmen der digitalen Auftaktveranstaltung „Wasserstoffwirtschaft Schleswig-Holstein“.
Entscheidend sei der enge Schulterschluss zwischen Politik und Wirtschaft, betonte Albrecht. Für die Weiterentwicklung des Themas sei die im Oktober 2020 beschlossene Wasserstoffstrategie des Landes, die unter anderem für das Landesprogramm Wasserstoff Fördermittel in Höhe von 30 Millionen Euro bis 2023 vorsieht, von zentraler Bedeutung. Gefördert werden können Maßnahmen zur Wasserstofferzeugung, zur Entwicklung der Wasserstoffnachfrage, der Forschung und der Infrastrukturentwicklung sowie Konzepte und Machbarkeitsstudien.
Sehr gute Voraussetzungen für den Weg in die Wasserstoffwirtschaft
Die großen Potenziale Schleswig-Holsteins als Standort des grünen Wasserstoffs werden auch durch zwei aktuelle Landesgutachten „H2-Erzeugung und Märkte“ sowie „H2-Mobilität und Förderrichtlinien“ untermauert, heißt es in einer Pressemitteilung. Der Norden habe durch Häfen, Speicher und Pipeline das Potenzial, zum Drehkreuz für H2-Importe zu werden, heißt es dort. Als Handlungsempfehlungen zählten die Gutachter Martin Robinius und Felix Schimek unter anderem auf, dass das Land durch eine gemeinsame H2-Infrastruktur für Individualverkehr und öffentliche Flotten Synergien nutzen oder auch eine regionale Plattform auflegen könne, die die wirtschaftliche Nutzung von Wasserstoff fördert.
Diese Plattform ist die Landeskoordinierungsstelle Wasserstoffwirtschaft Schleswig-Holstein, die zu Jahresbeginn bei der WTSH ihre Arbeit aufgenommen hat. Deren Leiterin Annika Fischer betonte, dass man Akteure in Schleswig-Holstein bei der Suche nach passenden Fördermöglichkeiten unterstützen und den Transfer sowie die Vernetzung von Wissen und Kompetenzen befördern werde. Das Ziel sei es, gemeinsam mit den Akteuren eine klimaneutrale Zukunft zu schaffen.
Erste Projekte bereits angedacht
Erste Projekte sind laut der Mitteilung bereits in Arbeit: die Entwicklung eines nachhaltigen Flugturbinenkraftstoffs in der Raffinerie Heide über den Einsatz von H2 im öffentlichen Nahverkehr in Nordfriesland bis zu den IPCEI-Projekten für einen gemeinsamen europäischen Wasserstoffmarkt. (amo)



