Das Thema Wasserstoff nimmt international an Fahrt auf, nachdem die EU H2 Anfang des dritten Quartals als zentralen Baustein des „Green Deal“ vorgestellt hat. Das ist das zentrale Ergebnis des nun vorgestellten H2-Marktradars von Team Consult. Demnach haben inzwischen neben Deutschland, den Niederlanden, Norwegen, Frankreich, Spanien und Portugal in Europa auch Australien, Japan und Südkorea nationale Wassersstoffstrategien veröffentlicht.
Viele Projekte seien gestartet – der Großteil fokussiert sich laut der Analyse auf den Einsatz von Wasserstoff in den Sektoren Industrie und Transport. Bei den Industrieprojekten werde der Einsatz von Wasserstoff entweder über die Erzeugung direkt vor Ort oder langfristig über den Anschluss an ein Wasserstoffnetz angestrebt. Im Verkehrssektor dominiere wiederum derzeit der Einsatz von Wasserstoff für den Betrieb von lokalen Busflotten und Wasserstoff-Autos. Viele Projekte würden auch auf den Bereich des LKW-Verkehrs zielen.
Grüner Wasserstoff im Fokus
Interessant: Im Fokus der Projekte steht laut Team Consult die Erzeugung von „grünem Wasserstoff“, der mittels Elektrolyse gewonnen wird. Aus dem Marktradar geht hervor, dass die größte Anzahl operativer Anlagen in Deutschland steht. Auch bei den im Bau befindlichen und geplanten Projekten habe die Bundesrepublik aktuell die Nase vorn.
Generell sei Deutschland beim Thema Wasserstoff sehr umtriebig. Seit der Erstausgabe des H2-Monitors konnten 30 weitere Projekt identifiziert werden – knapp die Hälfte davon entfalle auf die Bundesrepublik. Gerade in Deutschland sei zu beobachten, dass die Verkündigung der nationalen Strategie im Juni zu einer Dynamik auf Ebene der Bundesländer geführt habe, so das Fazit der Analyse.
Nationale Ziele reichen nicht aus
Ein Vergleich der Ambitionen auf EU- und nationaler Ebene zeigt laut der Analyse aber auch, dass die nationalen Ziele zum Aufbau einer Wasserstoffproduktion bei weitem nicht ausreichen werden, um das von der EU ausgerufene Ziel einer jährlichen Wasserstoffproduktion von 10 Millionen t im Jahr 2030 zu erreichen. (amo)



