Die Umstellung von L-Gas auf H-Gas ist eines der größten Infrastrukturprojekte der Gaswirtschaft. Etwa fünf Millionen Gasgeräte wie Heizungskessel, Küchenherde oder Warmwasserbereiter in Privathaushalten sowie in Gewerbe-/Industriebetrieben müssen bis 2030 umgerüstet werden, wie der BDEW und der DVGW gemeinsam mitteilen. Für dieses Jahr sind demnach rund 570.000 Geräteanpassungen an 40 Schaltterminen geplant – so viele wie für kein anderes Jahr. 27 Verteilnetzbetreiber und fünf Fernleitungsnetzbetreiber sind an dem Projekt beteiligt. Betroffenen sind Gaskunden in Norddeutschland und Teilen Westdeutschlands.
Die Umstellung läuft bereits seit einigen Jahren und wird voraussichtlich bis zum Jahr 2030 andauern. Sie ist erforderlich aufgrund der zurückgehenden Lieferungen von niedrigkalorischem Gas (sogenanntem „L-Gas“) aus den Niederlanden und aus der deutschen Eigenproduktion. Dieses wird künftig durch Gas mit einem höheren Brennwert („H-Gas“) ersetzt, welches international in großen Mengen dauerhaft verfügbar ist.
Arbeiten unter strengen Auflagen
Die Corona-Pandemie stellt die ohnehin gewaltige Aufgabe der Marktraumumstellung vor besondere Herausforderungen. Die notwendigen Besuche der Monteure sind nur unter strengen Vorsichts- und Hygienemaßnahmen möglich.
Trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie konnten im vergangenen Jahr nach Angaben der beiden Verbände 99 Prozent der rund 400.000 geplanten Umrüstungen stattfinden. Das sei ein riesiger Erfolg. (amo)
