Das europaweit einzigartige Projekt „Deodorierungsanlage Schwörstadt“ wurde im Dezember 2020 planmäßig in Betrieb genommen, wie Open Grid Europe (OGE) mitteilt. Die Deodorierungsanlage befindet sich im Landkreis Lörrach in unmittelbarer Nähe zur schweizerischen Grenze. Im Zuge der Inbetriebnahme wurden die letzten technischen Abnahmen durch den TÜV Süd durchgeführt. Die Bauzeit betrug knapp eineinhalb Jahre. Mit der Inbetriebnahme kann die Anlage laut der Mitteilung in der Spitze bis zu 900.000 Normkubikmeter Erdgas pro Stunde von einem zugefügten Odoriermittel (Geruchsmittel) reinigen.
Die Deodorierungsanlage ist ein Gemeinschaftsprojekt der Fluxys TENP GmbH und der OGE und Bestandteil eines länderübergreifenden Reversierungsprojektes. Die Anlage soll dazu beitragen, die Flexibilität auf dem Transportsystem der Trans Europa Naturgas Pipeline (TENP) weiter zu erhöhen, indem sie den Transport von odoriertem Erdgas aus dem Süden Europas, unabhängig von seiner Herkunft, ermöglicht.
Von der EU gefördert
Die Deodorierungsanlage stärke die Versorgungssicherheit in Deutschland und Nord-West-Europa, heißt es dazu in der Mitteilung weiter. Aufgrund des europäischen Charakters der länderverbindenden TENP-Leitungen hat die Deodorierungsanlage den Status eines Vorhabens von gemeinschaftlichem Interesse ("Project of Common Interest“). Sie wurde unter der Aufsicht der INEA (Innovative and Network Executive Agency) durch die EU gefördert.
In Frankreich wird Erdgas bereits im Fernleitungsnetz mit einem Odoriermittel versehen. In Deutschland geschieht dies erst auf der Ebene der örtlichen Verteilnetze, so dass vor dem Weitertransport durch das deutsche Fernleitungsnetz eine Aufbereitung erforderlich ist, um die Konzentration des Odoriermittels im Erdgas abzusenken. Dies erfolgt in der Deodorierungsanlage Schwörstadt. (amo)
