Die Universität Paderborn forscht in einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt, wie Wasserstoff mithilfe von Sonnenlicht erzeugt werden kann. „Der weltweite Bedarf an Energie und Mobilität muss gedeckt werden, ohne dabei klimaschädliche Stoffe zu produzieren. Anders kann es uns nicht gelingen, die gesetzten Klimaziele zu erreichen“, erläutert der Chemiker Matthias Bauer den Hintergrund des Projekts.
Es knüpft an die Nationale Wasserstoffstrategie der Bundesregierung an, die es sich unter anderem zum Ziel gesetzt hat, den Verkehr, die Industrie, aber auch den Wärmemarkt sukzessive auf grünen Wasserstoff umzustellen. Mittel- und langfristig müsse insbesondere die Brennstoffzellentechnologie im Mobilitätssektor zu einer breiten Anwendung gelangen, hält Bauer fest. „Die Dekarbonisierung – also die deutliche Reduzierung kohlenstoffhaltiger Energieträger – ist entscheidend für einen grundlegenden Strukturwechsel im öffentlichen Personenverkehr, bei privaten PKWs und in der Transportlogistik.“
Uni strebt Spitzenposition an
Paderborn möchte sowohl bei der Erforschung als auch bei der Entwicklung dieser Technologie künftig eine herausragende Stellung einnehmen. „Wir haben an der Universität nicht nur eine starke naturwissenschaftliche Grundlagenforschung, sondern auch anwendungsbezogene Mobilitätsforscher, Software- und KI-Experten“, wird Bauer in der Mitteilung der Universität zitiert.
Derzeit erforschen der Chemiker und sein Team, wie Wasserstoff möglichst effizient und vor allem ressourcenschonend auf Basis von Sonnenlicht erzeugt werden kann. „Zusammen mit Sauerstoff kann er relativ einfach und direkt in elektrische Energie umgewandelt werden. Als Abfallprodukt entsteht Wasser, aus dem mithilfe von Katalysatoren und Strom dann wieder Wasserstoff gewonnen werden kann. Ein grüner Kreislauf also.“
Technologien müssen verbessert werden
Eine jüngst vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in Aussicht gestellte Machbarkeitsstudie für eine deutsch-australische Lieferkette soll jetzt den Aufbau einer weltweiten grünen Wasserstoffwirtschaft vorantreiben. Dazu Bauer: „Daraus ergeben sich nicht nur neue Absatzmärkte für deutsche Unternehmen. Auch für unsere Wissenschaft wäre das von großer Bedeutung. Deutschland kann sich weltweit als Land mit herausragender Spitzenforschung und als technologischer Marktführer positionieren.“ Viele Technologien müssten allerdings durch Forschung weiter verbessert und zur Industriereife entwickelt werden. (amo)



