Für die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs-(HGÜ)-Trasse werden rund 700 Kilometern Erdkabel verlegt und rund zehn Milliarden Euro investiert. Nach seiner Fertigstellung verbindet die Leitung die windreichen Regionen Norddeutschlands mit den Verbrauchszentren im Süden der Republik. Aktuell befindet sich Suedlink in der Genehmigungsphase. Die Bundesnetzagentur wird sich gegen Ende des Jahres entscheiden, in welchem Erdkabel-Korridor SuelLink verlaufen soll.
Bild: © Tennet/TransnetBW

ÜNB setzen bei Suedlink auf Zentralen Dienstleister

Die beiden Übertragungsnetzbetreiber Tennet und Transnet BW gehen bei der Projektsteuerung ihres Großprojekts neue Wege: Jacobs wird Zentraler Dienstleister des Suedlink-Vorhabens.

Um das weitere Genehmigungsverfahren von Suedlink und den anschließenden Bau effizient voranzubringen, haben die Bauherren Tennet und TransnetBW jeweils für ihren Zuständigkeitsbereich mit Jacobs, einem internationalen Unternehmen für Ingenieurs- und Industriedienstleistungen, einen Zentralen Dienstleister (ZDL) beauftragt. Dieser soll die verschiedenen Aspekte wie Planung, Genehmigung, Einholung von Dienstbarkeiten und Bau aus einer Hand für den jeweiligen Übertragungsnetzbetreiber koordinieren und steuern. SuedLink ist damit nach Angaben der beiden Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) das erste Großprojekt in Deutschland, das diese Form der zentralen Steuerung mit Hilfe eines Partners nutzt.

 

Aufgaben des ZDL

In dem ZDL-Modell geben die Bauherren ihrem Dienstleister den Rahmen für die Projektsteuerung vor. Sie definieren technische Vorgaben und legen Meilensteine fest. Außerdem überwachen sie dessen Arbeit und den Projektfortschritt. Jacobs soll dabei innerhalb des vorgegebenen Rahmens eigenverantwortlich und partnerschaftlich mit den beiden ÜNB zusammenarbeiten. Dies betreffe alle Aktivitäten im Genehmigungsverfahren, in der Planung und während des Baus. Auch Subunternehmen werden vom ZDL teilweise selbst beauftragt und gesteuert.

Neuer Südlink-Standort Würzburg

Entschieden habe man sich für das amerikanische Anlagenbauuunternehmen nach intensiven Verhandlungen und einem vorangestellten transparenten Verfahren, an dem sich viele renommierte Unternehmen beteiligt hätten, heißt es. Dabei habe Jacobs mit einem schlüssigen Konzept und hoher Expertise in der Umsetzung von großen Infrastrukturprojekten überzeugt. Die beiden Bauherren und der ZDL arbeiten an dem neuen Suedlink-Standort in Würzburg. Ab Oktober sind dort etwa 130 Personen aktiv, deren Zahl im weiteren Projektverlauf auf bis zu 250 Personen ansteigen wird. Gewählt habe man Würzburg wegen der kurzen Abstimmungswegen zwischen den beiden Bauherren und ihrem ZDL. Weitere Projektbüros entlang des Trassenkorridors sollen folgen.

 
 Steuerung aus einer Hand
 
„Suedlink ist das bedeutendste Einzelprojekt der Energiewende in Deutschland und auch in Europa. Der Zeitrahmen für die Realisierung ist herausfordernd. Gleichzeitig nimmt die Erwartungshaltung von Politik und Öffentlichkeit weiter zu. Gerade deshalb kommt der Steuerung und Koordination eine sehr bedeutende Rolle zu. Um dieser gerecht zu werden, haben wir uns für das ZDL-Modell entschieden, das sich im internationalen Markt vielfach bewährt hat, Projekte dieser Größenordnung schnell, zielgerichtet und wirtschaftlich zu realisieren“, sagte Tennet-Geschäftsführer Tim Meyerjürgens.

„Mit der Beauftragung eines zentralen Dienstleisters und mit dem Aufbau eines gemeinsamen Projektstandorts in Würzburg haben wir die Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung dieses Großprojekts geschaffen. Bis zu 250 Mitarbeiter – darunter Ingenieure, Archäologen, Landschaftsplaner, Biologen, Geologen und Projektmanager – werden von hier aus in den kommenden Jahren gemeinsam den Suedlink als das größte Energiewendeprojekte Deutschlands vorantreiben,“ erklärte dazu Werner Götz, Geschäftsführer von TransnetBW. (sg)