Peter Franke, Vizepräsident der BNetzA

Peter Franke, Vizepräsident der BNetzA

Bild: © hcn/zfk

"Unser System ist stark kapitalkostenlastig. Wenn wir die Anreizregulierung das nächste Mal anfassen, sollten wir eine stärkere Förderung von innovativen Lösungen angehen", sagte Franke am Dienstag beim Fachkongress "Treffpunkt Netze" des BDEW in Berlin.

"Ich bin mir allerdings nicht ganz sicher, ob wir uns völlig von einer kapitalkostenintensiven Regulierung verabschieden, wenn ich mir neue Entwicklungen wie Netzbooster oder Power-to-Gas anschaue", ergänzte Franke. Doch klar sei, dass man zumindest zusätzliche Anreize auch für nicht-kapitalintensive Innovationen brauche, auch im Rahmen des Effizienzvergleichs.

Ausgewogenes Förderverhältnis der Netzebenen

Zentral sei allerdings, dass man bei der Förderung ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den verschiedenen Netzebenen finde. Denn Übertragungsnetze seien ja im Gegensatz zu den meisten Verteilnetzen bereits ziemlich stark digitalisiert. Und gerade auf Ortsnetzebene stelle sich das Problem der volatilen Einspeisung oder von Lastspitzen, beispielsweise durch den Ausbau der Elektromobilität, besonders stark.

"Jedenfalls sind wir gut beraten, das Potential der Digitalisierung für die Netze stärker zu nutzen", unterstrich Franke. Denn damit könnten Herausforderungen wie der volatilen Einspeisung und dem Umgang mit Flexibilitäten besser begegnet werden. Er sprach sich zudem dafür aus, im kommenden Jahrzehnt auch weitergehende Ansätze wie einen automatisierten Netzbetrieb zu erproben.

Sektorenkopplung gewinnt an Bedeutung

Franke befürwortet zudem die Steuerbarkeit von Anlagen, vor allem im Zusammenhang mit der E-Mobilität, als Standard zu ermöglichen. Dies sei eine sinnvolle Möglichkeit, den Ausbaubedarf von Verteilnetzen zu minimieren. "Es stellt sich schon die Frage, ob der Ausbau der Netze auf Ortsnetzebene immer das richtige Mittel ist", sagte Franke.

Eine Lanze brach Franke auch für die Sektorenkopplung von Strom zu Wasserstoff zu grünem Gas. "Wir sehen aus vielerlei Gründen, dass Umwandlungstechnologien in Gas eine zunehmende Rolle spielen, um erneuerbaren Strom, der sonst abgeriegelt würde, in ein speicherbares Produkt umzuwandeln und für verschiedene Anwendungsbereiche nutzen zu können", sagte der BNetzA-Vize. Inwieweit dann allerdings eine eigene Wasserstoffinfrastruktur oder Power-to-Gas-Anlagen im Rahmen der Regulierung behandelt werde, darüber müsse man noch reden und nachdenken, so Franke. (hcn)

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