Die im europäischen Emissionshandelssystem erfassten deutschen Fabriken und Anlagen haben im vergangenen Jahr zwölf Prozent weniger Treibhausgase ausgestoßen als 2019.
Die 1817 stationären Anlagen in Deutschland kamen im vergangenen Jahr auf etwa 320 Mio. Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente, wie die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) am Donnerstag bekannt gab. Das war ein Drittel weniger als noch 2013.
Energieanlagen mit Minus von 15 Prozent
Einen Großteil der Senkungen schulterte dabei die Energiewirtschaft. Ihre Emissionen sanken im Vergleich zum Vorjahr um etwa 15 Prozent. Damit wurde die rückläufige Entwicklung des Vorjahres fortgesetzt, wenn auch leicht abgeschwächt. 2019 wurde ein Minus von 18 Prozent vermeldet.
Die Behörde führt dies auf den fortgesetzten Rückgang der Braun- und Steinkohleemissionen zurück. Demnach nahmen die Steinkohleemissionen im vergangenen Jahr um 21 Prozent ab, die Braunkohleemissionen um 18 Prozent.
Luftverkehr-Emissionen brechen ein
Neben dem stärkeren Aufkommen von Wind- und Solarenergie spielte dabei auch der zunehmende Brennstoffwechsel hin zu Gas eine wichtige Rolle. Weniger wichtig waren dagegen nach Auffassung der Handelsstelle Kraftwerksstilllegungen oder Überführungen von Kraftwerksblöcken in die Sicherheitsbereitschaft.
Dem DEHSt-Bericht zufolge ist auch der Ausstoß im Luftverkehr deutlich gesunken. Die Emissionen der von Deutschland verwalteten Luftfahrzeugbetreiber beliefen sich demnach 2020 auf etwa 4 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Das entspricht im Vergleich zu 2019 einem Rückgang um 58 Prozent.
Chemieindustrie beinahe unverändert
Zudem fielen die Emissionen der energieintensiven Industrie in Deutschland um fünf Prozent auf 114 Millionen Tonnen Treibhausgase. Die größten Rückgänge verzeichnete dabei die Eisen- und Stahlindustrie mit minus zwölf Prozent, gefolgt von Industrie- und Baukalk mit minus sieben Prozent.
Nahezu unverändert blieb dagegen der Ausstoß der Anlagen zur Zementklinkerherstellung und der chemischen Industrie.
Starker Pandemieeffekt
"Wir haben 2020 erneut einen großen Schritt beim Klimaschutz geschafft", erklärte der Präsident des Umweltbundesamtes, Dirk Messner. Zugleich wies er aber auf den starken Pandemie-Effekt hin. "Insbesondere im Bereich der Industrieanlagen dürfte der Emissionsrückgang nicht nachhaltig sein." (dpa/ab)
