Bereits 2018 wuchs der PV-Markt der EU-28 um 36 Prozent auf 8 Gigawatt (GW), gegenüber 5,9 GW neu installierter Leistung im Vorjahr. In einem durchschnittlichen Szenario erwartet Solarpower Europe für dieses Jahr einen Zubau von 13,5 GW neuer Photovoltaikanlagen.
Christian Westermeier, Präsident von Solarpower Europe, sagte: "Die Marktsituation der Photovoltaik hat sich in der Europäischen Union dramatisch verbessert, wie der Solarmarkt der 28 Mitgliedsländer der EU zeigt, der viel schneller wächst als der Weltmarkt. Die EU hat die Weichen für das solare Wachstum gestellt, indem sie die Handelszölle für chinesische Solarmodule abgeschafft und den richtigen Rahmen für die Solarenergie geschaffen hat, um durch die Rechtsvorschriften des Clean Energy Package erfolgreich zu sein. Jetzt ist es an der Zeit, die europäische Solarenergie auf die nächste Stufe zu heben, indem man eine Strategie der industriellen Wettbewerbsfähigkeit entwickelt, die massive Investitionen im Solarsektor freisetzt, Hightech-Arbeitsplätze schafft und die kostengünstigste wettbewerbsfähige saubere Energie liefert, um die Energie- und Klimaziele der EU zu erreichen."
Deutschland wieder Nummer Eins
Die Marktzahlen von Solarpower Europe zeigen, dass Deutschland nach fünf Jahren wieder die Nummer Eins unter den europäischen Solarmärkten ist. 2018 wurden in Deutschland fast 3 GW PV installiert und der Markt legte gegenüber dem Vorjahr um 68 Prozent zu. Die Niederlande haben 2018 1,4 GW PV-Leistung zugebaut. Knapp dahinter lag Frankreich mit 0,9 GW vor Italien mit 0,5 GW.
Walburga Hemetsberger, CEO von Solarpower Europe, sagte: "Als kostengünstigste und am einfachsten einsetzbare saubere Energietechnologie kam die Photovoltaik in Europa in eine neue Wachstumsphase. Jetzt ist es von entscheidender Bedeutung, dass sich die EU-Mitgliedstaaten in ihren nationalen Energie- und Klimaplänen für 2030 ehrgeizige nationale Solarziele setzen und dies umsetzen." 17 von 28 EU-Mitgliedstaaten haben das verbindliche EU-Ziel von 20 Prozent erneuerbarer Energien bis 2020 noch nicht erreicht. "Das ist eine große Chance für die Solarbranche, diese Lücke zu schließen", sagte Hemetsberger am Mittwochnachmittag beim Solarpower Summit in Brüssel mit Blick auf die mittlerweile niedrigen durchschnittlichen Erzeugungskosten der PV.
Mehr als 4,1 GW an PPA-Projekten gezeichnet
Hemetsberger sieht einen großen Schub für dezentrale Solaranlagen durch die Abschaffung von Entgelten, Abgaben und Umlagen für den Eigenverbrauch durch das Clean-Energy-Paket der EU und den weiterhin geltenden Einspeisevorrang für Photovoltaikanlagen unter 400 kW. Hemetsberger betonte auch die Chancen der Agrophotovoltaik, eine Doppelnutzung von landwirtschaftlichen Flächen in Europa zu ermöglichen.
Pietro Radoia, Solaranalyst bei Bloomberg NEF, sieht ein noch höheres europäisches Marktwachstum für die Photovoltaik als Solarpower Europe. Für 2019 prognostiziert er 18 GW neue PV-Anlagen in Europa mit einem über 50-prozentigen Anteil von größeren Anlagen. Mehr als 4,1 GW an subventionsfreien solaren Power-Purchase-Projekten (PPA) sind derzeit in Europa gezeichnet, aber auch staatliche Ausschreibungen spielen weiterhin eine wichtige Rolle, um den Photovoltaikmarkt voranzubringen, betonte Radoia. (hcn)



