Wollen künftig enger zusammenarbeiten: Eon-Netzvorstand Thomas König (links) und Amprion-CEO Hans-Jürgen Brick.

Wollen künftig enger zusammenarbeiten: Eon-Netzvorstand Thomas König (links) und Amprion-CEO Hans-Jürgen Brick.

Bild: © Jörg Mettlach/Eon

Eon und Amprion wollen von kommendem Jahr an enger kooperieren. Darauf verständigten sich die beiden Unternehmen in einem sogenannten Memorandum of Understanding.

Die Zusammenarbeit von Deutschlands größtem Verteilnetzbetreiber mit dem zweitgrößten Übertragungsnetzbetreiber soll im Wesentlichen drei Themenfelder umfassen. Dort sollen in den kommenden Monaten gemeinsame Projekte starten.

Netzplanung als Schwerpunkt

Erstens wollen Eon und Amprion Konzepte für gemeinsam genutzte Betriebsmittel und Assets entwickeln. Als Beispiel nennen sie dezentrale Batteriegroßspeicher, auch Netzbooster genannt.

Ein weiterer Schwerpunkt soll in der Netzplanung liegen. Die beiden Unternehmen wollen den Ausbau der Übertragungs- und Verteilnetze noch stärker koordinieren und damit noch sicherer und effizienter machen.

Neue Herausforderungen für Systemführung

Drittens wollen die Partner bei der Steuerung der Netze eng zusammenarbeiten und gemeinsame Lösungen entwickeln. Spätestens mit dem Ende der Kernenergie in Deutschland im Jahr 2022 und dem Kohleausstieg bis 2038 müsse die Stromversorgung vor allem durch erneuerbare Energie geleistet werden, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Dies stelle die Systemführung vor neue Herausforderungen.

Konkrete Vorhaben wollten beide Unternehmen noch nicht kommunizieren. In den kommenden Monaten sollen entsprechende Ankündigungen folgen.

Zusammenhang mit Eon-RWE-Deal

Im Zusammenhang mit dem RWE-Eon-Deal soll die Kooperation nicht stehen. Im vergangenen Jahr hatten die beiden Essener Energiekonzerne im großen Stil Aktivitäten getauscht. Seitdem konzentriert sich Eon auf die Sparten Vertrieb und Netze, RWE dagegen auf die Stromerzeugung, insbesondere im Wind- und Solarbereich.

RWE Anteilseigner bei Amprion

Die Amprion GmbH entstand in den 2000er-Jahren im Zuge einer Ausgründung aus dem RWE-Konzern, um Netz- und Kraftwerksbetreiber strikt zu trennen und allen Stromerzeugern gleiche Chancen auf die Einspeisung in die Stromnetze zu gewährleisten. Aktuell hält RWE 25,1 Prozent der Amprion-Anteile. (ab)

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