2019 wurden über 1,3 Terawattstunden Ökostrom mit dem Gütesiegel Grüner Strom zertifiziert. Noch nie wurde so viel Ökostrom mit dem Grüner-Strom-Label abgesetzt, heißt es in der Pressemitteilung des gleichnamigen Vereins. Für das Jahr 2020 wird mit einem weiteren Anstieg des Ökostromabsatzes auf 1,4 Terawattstunden gerechnet, ein Plus von knapp sieben Prozent. Schätzungsweise werden dadurch knapp zehn Millionen Euro an Fördermitteln für Energiewende-Projekte generiert.
Für jede verbrauchte Kilowattstunde müssen Anbieter, die das Label nutzen, innerhalb von zwei Jahren einen festen Betrag in Energiewende-Projekte investieren, zum Beispiel Photovoltaik-Anlagen, Windparks oder in Elektromobilität. Nach Abschluss der letzten Zertifizierungsperiode steht nun fest: Im Jahr 2017 wurden 83 Projekte mit 12 Millionen Euro unterstützt.
Durch die Kofinanzierung mit Grüner-Strom-Fördergeldern wurden Gesamtinvestitionen von über 70 Millionen Euro in Energiewende-Projekte ausgelöst. Hinter dem Verein Grüner Strom Label e.V. stehen gemeinnützige Umwelt- und Verbraucherverbände sowie Friedensorganisationen, u.a. NABU, BUND, EUROSOLAR und die Verbraucher-Initiative.
Projekt für Tschernobyl-Opfer
2017 floss ein Großteil der Fördergelder in den Bau neuer Photovoltaik- und Windenergieanlagen in Deutschland. Aber auch Projekte im Ausland profitieren von den Grüner-Strom-Fördergeldern, wie das Kinderhilfszentrum „Nadeshda“, das junge Menschen betreut, die von den Langzeitfolgen der Tschernobyl-Katastrophe betroffen sind. Mit dem Aktiv-Stadthaus in Frankfurt und dem Konstanzer Mieterstrommodell wurden außerdem zwei Grüner-Strom-geförderte Projekte mit dem Innovationspreis 2017 des Verbandes für kommunale Unternehmen (VKU) ausgezeichnet.
So konnten die Frankfurter Mainova und die Stadtwerke Konstanz mit Hilfe ihrer zertifizierten Ökostromprodukte insgesamt rund 480.000 Euro in die beiden Projekte investieren. Seit 1999 konnten laut dem Verein Grüner Strom Label e.V. über diese Fördersystematik über 1400 Energiewende-Projekte mit mehr als 70 Millionen Euro gefördert werden. Da es sich meist um eine Teilförderung von Projekten handelt, liegen die tatsächlich investierten Gelder etwa um das Fünffache höher. (hoe)



