Die Stadtwerke Springe müssen ihren grundversorgten Kunden einen Rabatt gewähren.

Die Stadtwerke Springe müssen ihren grundversorgten Kunden einen Rabatt gewähren.

Bild: © birgitH/pixelio.de

Wer in Hessen seine Stromrechnung nicht bezahlen kann, soll künftig besser unterstützt werden. Die Verbraucherzentrale und das Verbraucherschutzministerium stellten am Mittwoch in Wiesbaden ein neues Beratungsangebot zur Bekämpfung von Energiearmut vor. Mit dem Projekt soll unter anderem verhindert werden, dass Menschen der Strom oder Gas abgestellt wird, weil sie die Rechnung nicht oder zu spät bezahlt haben.

Vor allem ärmere Menschen, die häufig in unsanierten Gebäuden wohnen und ältere, stromfressende Geräte nutzen, könnten ihre Stromrechnungen oft nicht mehr bezahlen, sagte Verbraucherschutzministerin Priska Hinz (Grüne). "Es droht dann eine Abwärtsspirale." Nach Informationen der Bundesnetzagentur seien 2018 in Hessen rund 22.000 Stromsperren verhängt worden. Schon ein Zahlungsrückstand von einhundert Euro reiche oft aus, damit der Versorger den Strom abstelle, sagte der Vorstand der Verbraucherzentrale Hessen, Philipp Wendt.

Vier Juristinnen stehen für Fragen bereit

Das Land unterstützt die Verbraucherzentrale bei dem Projekt "Hessen bekämpft Energiearmut" mit 750.000 Euro. Vier Juristinnen mit Erfahrung in der Schuldnerberatung stehen für Fragen bereit. Das Angebot kann nach den Worten von Wendt sowohl persönlich als auch telefonisch und per Video genutzt werden. "Die Verbraucherinnen und Verbraucher profitieren von diesem Beratungsangebot gleich mehrfach: In einem ersten Schritt erhalten sie direkte und schnelle Hilfe in einer Notsituation. In einem zweiten und dritten Schritt bekommen sie Hilfestellung bei ihrer Finanz- und Budgetplanung und Tipps zur Energie-Einsparung." (dpa/hil) 

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