In Lagkadas bei Thessaloniki (Griechenland) hat der Erneuerbaren-Investor Solar Kapital ein Test-Projekt gestartet, um zu messen, inwieweit sich reflektierendes Geotex positiv auf die Leistung von bifazialen PV-Modulen auswirkt. Dafür hat das Unternehmen mit Sitz in Frankfurt rund 2500 Quadratmeter Geotextil unter PV-Modulen verlegt. Die feste Aufständerung hatte dabei eine Neigung von 25ο und eine durchschnittliche Bodenfreiheit von 1,5 Metern, wie Solar Kapital mitteilt.
Demnach betrug der gewichtete, durchschnittliche Leistungszuwachs der beiden Wechselrichter über einen Zeitraum von 12 Monaten 6,4 Prozent. Der Wert schwankt allerdings innerhalb eines Jahres aufgrund der Einstrahlung, so Solar Kapital. Gemessen wurde zwischen Juni 2022 und Mai 2023.
Amortisation in zweieinhalb Jahren
Verbunden waren die beiden PV-Anlagen mit 100 kW Wechselrichtern. Diese Steigerung wurde dabei auf Grundlage der unterschiedlichen Produktionsniveaus berechnet, die diese beiden Wechselrichter im Vergleich zu drei identischen Wechselrichtern auf derselben Anlage im Zeitraum zwischen Mai 2021 und April 2022 hatten, wie der Projektfinanzierer mitteilt. Die Zahlen wurden demnach im Falle technischer Störungen normalisiert.
Der tatsächliche Produktionsertrag der beiden Wechselrichter für den genannten Zeitraum betrug demnach 1661 kWh/kWp. Das Portfolio von Solar Kapital in dem Gebiet und im gleichen Zeitraum habe witterungsbedingt um 4 prozent schlechter abschnitt. Berücksichtige man dies, so ergebe sich sogar ein durchschnittlicher Produktionsertrag von 1730 kWh/kWp. Bei einer FiT von 0,703 €/kWh führe diese Leistung zu einer Amortisationszeit dieser gezielten Maßnahme von weniger als 2,5 Jahren, wie das Unternehmen erklärt.
Zweites Projekt erfolgreich
Bei einem weiteren Projekt am Standort Kilkis verlegt Solar Kapital seit April 2023 rund 200 m² Geotextil unter den PV-Modulen, die an zwei Wechselrichter mit je 10 kW angeschlossen sind. Jeder Wechselrichter befindet sich unter einem zweiachsigen Tracker, der nicht speziell für bifaziale Module konfiguriert ist.
In den Monaten April und Mai 2023 habe das Unternehmen hier eine Leistungssteigerung von circa 2,5 Prozent bei diesen beiden Wechselrichtern im Vergleich zu einem dritten Wechselrichter, ebenfalls mit bifazialen Modulen, aber ohne Geotextil, festgestellt. In Verbindung mit einer FiT von 0,335 Euro pro kWh und einem begrenzten Bedarf an Arbeitskräften und Geotextilien von 9,26 Quadratmetern pro kW führe dies voraussichtlich zu einer Amortisationszeit der Maßnahme von nur einem Jahr, heißt es.
Einsparungen durch weniger Grasschnitt
Solar Kapital will die Messungen nach eigenen Angaben einstellen und mit entsprechenden Verbesserungen im gesamten Portfolio der zweiachsigen Nachführsysteme mit bifazialen PV-Modulen fortfahren.
Bei den Projekten würden jedoch bei der geschätzten Amortisationszeit die Auswirkungen der variablen Kosten im Zusammenhang mit der Stromerzeugung sowie die potenziellen Vorteile, die sich aus dem geringeren Bedarf an Grasschnitt ergeben, außer Acht gelassen, heißt es weiter. Diese werde zudem in hohem Maße von der Art des Bodens beeinflusst, da felsige Böden zu einem erheblichen Anstieg der Installationskosten führten.
Minderung von 20 Prozent
Die Lebensdauer des verlegten Geotextils, das derzeit noch intakt sei, werde durch die allgemeine Witterung und Staub beeinflusst. Die Ingenieure von Solar Kapital Griechenland schätzten die Minderung des Reflexionsgrades auf etwa 20 Prozent innerhalb eines Jahres. Diese kritischen Parameter gelte es zu beobachten, so Solar Kapital weiter.
Das verwendete Geotextil wurde von Thrace NG, einem Mitglied der Thrace-Gruppe, hergestellt. In den kommenden Wochen will Solar Kapital deren neues Material, das Helios Reflect System (HRS), testen. (jk)
