Der Offshore-Windpark Borkum II in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone in der Nordsee.

Der Offshore-Windpark Borkum II in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone in der Nordsee.

Bild: © Trianel Windpark Borkum II

Die Europäische Union will die Stromerzeugung aus Offshore-Windenergie erheblich ausweiten, um ihre Klimaziele zu erreichen. Damit kommen auf die norddeutschen Bundesländer große Aufgaben zu, für die sie klare Rahmenbedingungen benötigen, heißt es in einem am Dienstag in Hamburg veröffentlichten Positionspapier der IHK Nord. «Um die anvisierten Ziele zu erreichen, muss der Ausbau rasant beschleunigt werden», sagte Janina Marahrens-Hashagen, Vorsitzende der IHK Nord, in der zwölf norddeutsche Industrie- und Handelskammern zusammengeschlossen sind. 

Nach dem Fahrplan der EU-Kommission muss die Kapazität der Windenergie auf See bis zum Jahr 2050 auf 230 bis 450 GW hochgefahren werden, um die Ziele des Green Deals zu erreichen. Dies bedeutete mindestens eine Verzehnfachung der aktuell in europäischen Gewässern installierten 22 GW. «Diese Beschleunigung muss allerdings klug und gut geplant vollzogen werden», sagte Marahrens-Hashagen. Konkrete Maßnahme seitens der Politik sollte eine Forcierung der Planung und Genehmigung von Offshore-Anlagen und deren Netzanschluss sein. «Zwingend notwendig ist die begleitende Bereitstellung entsprechender Infrastruktur.» Dies betreffe die Verlegung von Seekabeln sowie Strukturen zur Wartung der Offshore-Windparks.

Grenzübergreifende Kooperationen und Floating-Anlagen

Deutschland war Ende 2019 mit 25 Windparks und einer installierten Leistung von rund 7,5 GW der größte Erzeuger von Offshore-Windenergie in der EU außer Großbritannien, das künftig nicht mehr dabei ist. Bis zum Jahr 2025 wären es nach den vorliegenden Planungen voraussichtlich 10,8 GW. Die aktuellen Ausbauziele der Bundesregierung liegen bei 20 Gigawatt für das Jahr 2030 und 40 Gigawatt für Jahr 2040. 

Um die Ziele der EU bis 2050 zu erreichen, müssten mehrere Zehntausend Windräder auf die europäischen Meere gebaut werden. Die IHK Nord macht sich dafür stark, grenzüberschreitende Projekte zu fördern und verstärkt auf schwimmende Windkraftwerke zu setzen. Sie könnten nicht nur an flachen Randmeeren eingesetzt werden, sondern auch in großen Wassertiefen und daher die Lösung für Flächenkonflikte sein. Bislang allerdings sind schwimmende Windkraftwerke noch in der Erprobungsphase. (dpa/lm)

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