Da ist viel Öko drin: Das Hamburg Institut hat in einer Studie festgehalten, wie der Markt für Ökostrom selbsttragend werden kann.

Da ist viel Öko drin: Das Hamburg Institut hat in einer Studie festgehalten, wie der Markt für Ökostrom selbsttragend werden kann.

Bild: © SWU

Die Hamburg Institut Consulting GmbH (HIC) hat im Auftrag der Lichtblick SE eine Studie zum Markt für Ökostrom erstellt. Daraus geht hervor, dass das Wachstum der Erneuerbaren Energien in Deutschland und der freiwillige Ökostrommarkt bislang weitgehend getrennt verlaufen. Während das Wachstum der erneuerbaren Energieerzeugung ganz maßgeblich auf der gesetzlichen Förderung durch das EEG beruhe, könne der in diesen Anlagen erzeugte Strom bislang nicht als Grünstrom im freiwilligen Ökostrommarkt an Endkunden geliefert werden, so die Experten des HIC.

Aus der Politik werde, so stellt das HIC fest, immer häufiger gefordert, dass sich die erneuerbaren Energien zukünftig stärker über den Markt finanzieren sollen und die Rolle der EEG-Förderung abnehmen soll. Die Ökostrombranche selbst wolle ebenfalls stärker als bisher Verantwortung für das Funktionieren des gesamten Energiesystems und dessen weitere Dekarbonisierung übernehmen.

Die Experten folgern: "Der Ökostrommarkt ist erwachsen geworden und sollte eine neue, tragende Rolle für den Erfolg der Energiewende übernehmen."

Marktpotential durch Transparenz stärken

Die Kundennachfrage nach Ökostrom soll, so wird in der Studie empfohlen, eine neue Rolle in der Energiewende übernehmen. Die kundenseitige Nachfrage soll Treiber des Wachstums werden. Es gebe erhebliches Potenzial für kontinuierliche Nachfragesteigerungen durch Unternehmen, Privatkunden und die öffentliche Hand sowie die Elektrifizierung von Mobilität und Wärmeversorgung. Die bisherigen Marktregelungen empfinden die HIC-Experten dagegen als "teils kontraproduktiv".

Mit einer konsequenten Ausformulierung der Regeln für die Berichterstattung über die CO2-Bilanzen von Unternehmen könne die Nachfrage von Unternehmen nach Ökostrom weiter gesteigert werden. So solle zukünftig vor allem der vom Unternehmen tatsächlich beschaffte Strom für die CO2-Bilanz maßgeblich sein und nicht der Strommix des jeweiligen Stromnetzes. Klarere und einheitliche Bilanzierungsregeln sollten es zudem Kommunen und öffentlichen Einrichtungen ermöglichen, durch Ökostrom-Bezug ihren CO2-Fußabdruck zu verringern.

Der Markt wird sich selbst tragen

Ähnliches gelte für Privatkunden, deren Mehrzahlungsbereitschaft für Ökostrom bislang nur unzureichend für die Energiewende genutzt wird. Ökostromkunden sollten, so die Empehlung aus Hamburg, für eine Beschleunigung der Energiewende sorgen können – und nicht lediglich für eine Entlastung  der EEG-Umlage bei gleichbleibendem Ausbautempo. Mit einigen regulatorischen Korrekturen im EEG könne zukünftig sichergestellt werden, dass der Bezug von Ökostrom auch tatsächlich zu einer Beschleunigung der Energiewende führt.

Der Ökostrommarkt hängt vom Vertrauen der Kunden ab. Es bedürfe, so das HIC, daher eines besonders hohen Maßes an Transparenz bei der Vermarktung von Ökostrom.

Diese könne über Herkunftsnachweise (HKN) hergestellt werden, denn: "In der jüngsten Zeit hat der Abschluss zahlreicher direkter Strombezugsverträge (PPA) von Unternehmen und Stromversorgern mit Ökostrom-Erzeugern zum Ausbau und zum Weiterbetrieb von EE-Anlagen gezeigt, dass die unternehmerische Nachfrage nach Ökostrom grundsätzlich in der Lage ist, zum Ökostromausbau beizutragen." (sig)

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