Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) teilte in einem Interview mit, dass die Windkraft-Kapazitäten zwischen Selfkant und Weserbergland in den nächsten fünf Jahren um 100 Prozent wachsen sollen: "Die Gesamtmenge an Windkraft, die in den letzten Jahren aufgebaut worden ist, werden wir in den nächsten fünf Jahren noch einmal verdoppeln", erklärte Pinkwart in einem Gespräch mit dem WDR. "Und wir werden darüber hinaus die Photovoltaik und die anderen Formen wie Geothermie erheblich ausbauen."
Pinkwart bezieht sich auf den Anteil der erneuerbaren Energien, der in Nordrhein-Westfalen derzeit bei 13 Prozent an der gesamten Stromerzeugung liegt. Vor dem Hintergrund des geplanten Kohleausstiegs zeigte sich der FDP-Politiker nach WDR-Angaben zudem zuversichtlich, dass Deutschland die dafür erforderlichen Schritte bei der Energiewende realisieren kann: "Deutschland wird bis 2030 seine erneuerbare Energie mit 65 Prozent der Stromerzeugung installiert haben."
Energiesystem wird ganzheitlich ausgebaut
Pinkwart kündigte außerdem an, dass der Netzausbau ebenfalls forciert werde, außerdem sollen die benötigten, wesentlich größeren Speicherkapazitäten rechtzeitig errichtet und in Betrieb genommen sein. Diese Aussagen sind vor dem Hintergrund der bisherigen Energiepolitik der schwarz-gelben Landesregierung in Düsseldorf interessant, denn für neue Windkraftanlagen ist im vergangenen Jahr ein Mindestabstand von 1500 Metern zur nächsten Wohnbebauung vorgeschrieben, die von der rot-grünen Vorgängerregierung geplante Freigabe von Waldflächen für Windkraft wurde zurückgenommen.
Insgesamt wurden 2018 nach aktuellen Zahlen, die dem WDR vorliegen, zwischen Rhein und Weser insgesamt 110 Windräder mit einer Kapazität von knapp 350 MW (Megawatt) in Betrieb genommen. Für die von Wirtschaftsminister Pinkwart vorgesehene Verdoppelung der Windstrom-Kapazität müssten in den nächsten fünf Jahren jährlich rund 400 Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 1200 MW neu errichtet werden. Pinkwarts Ankündigungen markieren einen Richtungswechsel, denn 2018 war der Ausbau der Windkraft in NRW im Vergleich zum Vorjahr um rund 60 Prozent zurückgegangen. (sig)
