Solarparks sind ein zentraler Bestandteil der Energiewende in Baden-Württemberg. Doch werden die in der Bevölkerung beliebten Kraftwerke im Südwesten immer noch in zu geringer Anzahl errichtet. Ein wichtiger Grund sind fehlende Strukturen und lückenhaftes Know-how in vielen Kommunen. Eine neue Checkliste des Photovoltaik-Netzwerkes Baden-Württemberg soll nun dazu beitragen, dass sich das ändert.
Ein Blick in die Planungen der Bundesregierung zeigt, wie wichtig Solarparks sind: Rund ein Drittel der bis 2040 zu installierenden Photovoltaikleistung von 47.000 Megawatt (MW) soll auf Freiflächen entstehen. Auf Baden-Württemberg bezogen entspricht dies rund 80 Solarparks mit einer installierten Leistung von 10 MW im Jahr bis 2040. Im vergangenen Jahr wurden allerdings nur knapp 40 Prozent der erforderlichen Leistung an das Stromnetz angeschlossen. Der Aufholbedarf ist entsprechend groß.
Neue Rolle der Kommunen
Ein Grund für den noch nicht ausreichenden Ausbau auf der freien Fläche liegt laut dem Netzwerk dabei in den kommunalen Strukturen. So treffen aktuell eine steigende Anzahl der Anfragen von Flächeneigentümerinnen, Flächeneigentümern, Projektiererinnen und Projektierern bei den Kommunen auf interne Strukturen, die historisch bedingt ausschließlich auf die Bearbeitung von Genehmigungsprozessen ausgelegt sind.
Dabei sollten Kommunen im Zuge der neuen Anforderungen der Energiewende hier einen Wandel vollziehen: Weg von der reinen Genehmigerin, hin zu der Unterstützerin der klimafreundlichen Stromerzeugung vor Ort. Das bedeutet auch, in dem Gesamtprozess der Planung eines Solarparks eine größere, koordinierende Rolle einzunehmen.
Wirtschaftlichkeit der Anlage
Die neue Checkliste soll daher einerseits zeigen, wie Kommunen eine solche aktive Rolle in dem Prozess einnehmen können. Ziel ist zudem, den in der Praxis immer noch hohen Informationsbedarf zu decken. Vielen Kommunen fehlt unter anderem eine Übersicht über den Prozess, gilt es, einen Solarpark zu realisieren.
Auch zur Wirtschaftlichkeit von Anlagen gibt es Informationen. So gilt grundsätzlich: Je größer die Anlage, desto wirtschaftlicher ist sie. Maßgebend für die Wirtschaftlichkeit ist demnach vor allem die Planung, da die Investitionskosten im Vergleich zu den Betriebskosten in den folgenden Jahren deutlich größer werden. Auch stellt sich die Frage, ob eine Kommune ihr Freiland an einen externen Anlagenbetreiber verpachten möchte. (jk)

