In Deutschland wurde im dritten Quartal 2026 deutlich mehr Strom erzeugt: Nach Angaben der Bundesnetzagentur lag die Einspeisung um elf Prozent über dem Vorjahresquartal. Der Stromverbrauch nahm um rund ein Prozent zu. Hauptgründe waren das besonders sonnige Wetter sowie der weitere Ausbau der Erzeugungskapazitäten.
Rekord bei Solarstrom
Die Photovoltaik speiste im Quartal 31,5 Terawattstunden (TWh) ins Netz ein. Das ist der höchste Wert aller bisher erfassten dritten Quartale. Im Juli wurde mit 12 TWh zudem die bislang höchste monatliche PV-Einspeisung gemessen.
Auch die Windkraft legte zu: Onshore stieg um 16,8 Prozent auf 24,9 TWh, Offshore um 4,0 Prozent auf 5,9 TWh. Bei der Windstrom-Erzeugung handelt es sich auch um die bisher höchsten Werte für dritte Quartale.
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Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Erzeugung betrug 66,5 Prozent, nach 65 Prozent im Vorjahresquartal. Zudem lag der Anteil sogar leicht über den 66,4 Prozent des 2. Quartals 2026. Der bisherige Rekordwert für Erneuerbare wurde laut Bundesnetzagentur im zweiten Quartal 2025 erreicht, mit 67,7 Prozent.
Gas teuer, Kohle gefragt
Die Einspeisung aus Erdgas sank um 8,1 Prozent auf 8,9 TWh. Ursache sind die durch den Iran-Krieg gestiegenen Gaspreise: Diese sind im Vergleich zum Vorjahresquartal um rund 91 Prozent auf durchschnittlich 64,10 Euro pro Megawattstunde (MWh) gestiegen.
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Gaskraftwerke rutschten dadurch in der Merit-Order häufiger hinter die Kohle zurück. Die Steinkohle legte um 39,3 Prozent auf 6,4 TWh zu, die Braunkohle um 1,5 Prozent auf 15,4 TWh.
Deutschland wieder Nettoexporteur
Im kommerziellen Außenhandel exportierte Deutschland 16,8 TWh Strom (plus 39,2 Prozent), importiert wurden 15,8 TWh (minus 22,7 Prozent). Daraus ergibt sich ein Nettoexport von 1,0 TWh.
Größter Abnehmer war Österreich mit 3,0 TWh, dicht gefolgt von Dänemark. Den stärksten Zuwachs verzeichneten die Exporte nach Frankreich mit plus 209,2 Prozent auf 1,3 TWh.
Der Nettoexport ist vor allem auf Preisunterschiede im europäischen Strommarkt zurückzuführen. Während die Großhandelspreise in Deutschland um 51,7 Prozent stiegen, legten sie im Schnitt der Nachbarländer um 64,7 Prozent zu. Möglicherweise dämpfte das hohe Solarstrom-Angebot zur Mittagszeit die Preise hierzulande, sodass der Export in andere Länder zusätzlich attraktiver wurde.
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Besonders in Frankreich wurde Strom aus Deutschland attraktiver: Die Exporte dorthin stiegen um rund 209 Prozent, auch weil dort die durchschnittlichen Großhandelspreise stärker gestiegen sind als in anderen Ländern.
Erneuerbare prägen Außenhandel
Der Anteil erneuerbarer Energien an den Stromimporten blieb mit 50,7 Prozent nahezu unverändert. Bei den Importen machte wie im Vorjahresquartal die Kernkraft den größten Anteil aus, gefolgt von der Wasserkraft. Beide Energieträger gingen allerdings deutlich zurück.
Bei den Exporten stieg der Anteil erneuerbarer Energien leicht auf 72,2 Prozent. Die Photovoltaik war wie im Vorjahresquartal der größte Exportposten und legte sowohl anteilig als auch mengenmäßig deutlich zu. Die meisten anderen Energieträger wurden zwar in größeren Mengen exportiert, ihr jeweiliger Anteil am Gesamtexport sank jedoch.