Im Juli haben erneuerbare Energien in Deutschland so viel Strom erzeugt wie noch nie. Das geht aus dem Monatsbericht der Arbeitsgruppe Erneuerbare-Energien-Statistik (AGEE-Stat) des Umweltbundesamts hervor.
Der neue Monatsrekord lag bei 29 Terawattstunden (TWh). Dazu trugen laut dem Bericht vor allem die hohe Solarstromproduktion und eine für Juli überdurchschnittliche Windstromerzeugung bei.
Insgesamt wurden in den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 schon knapp 182 TWh erneuerbarer Strom erzeugt. Das sind acht Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Photovoltaikanlagen speisten im Juli 14,1 TWh ins Netz ein, so viel wie in keinem anderen Monat zuvor. In den ersten sieben Monaten kamen die PV-Anlagen auf 67,4 TWh. Das waren rund zehn Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Das Wetter unterstützte die Stromproduktion im Juli: Der Deutsche Wetterdienst registrierte mehr als 270 Sonnenstunden in dem Monat.
Auch die Windenergie lag von Januar bis Juli über dem Vorjahresniveau. Die Anlagen an Land erzeugten 62,2 TWh und damit rund zwölf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Offshore-Windstromerzeugung stieg im selben Zeitraum auf 16,9 TWh, also 28 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Wasserkraft unter Vorjahreswert
Die positive Entwicklung gilt nicht für alle erneuerbaren Energieträger: Die Wasserkraftwerke erzeugten bis Ende Juli 8,5 TWh. Das sind 14 Prozent weniger als im Vorjahr. Als Grund nennt der Bericht die trockene Witterung und die geringen Niederschläge. 80 Prozent der deutschen Wasserkraftleistung sind in Bayern und Baden-Württemberg installiert.
Auch die Biomasse verzeichnete einen leichten Rückgang. Ihre Stromproduktion sank um knapp drei Prozent auf 23,9 TWh.
Offshore-Wind legt beim Zubau deutlich zu
Vorläufige Zahlen zeigen, dass die Erneuerbaren-Technologien unterschiedlich schnell ausgebaut werden. Den größten Zuwachs gegenüber dem Vorjahr verzeichnete bis Juli die Offshore-Windkraft: Damit wurde bereits mehr Leistung zugebaut als im gesamten Vorjahr, als 518 MW hinzukamen.
An Land wurden von Januar bis Juli dieses Jahres 2263 MW Windleistung zugebaut. Das sind etwa drei Prozent mehr als im gesamten Jahr 2025.
Dagegen bleibt der Ausbau der Photovoltaik zurück: Der Nettozubau lag bis Juli bei rund 9,6 GW und damit niedriger als im Vorjahreszeitraum. Zum Vergleich: 2025 lag die neu installierte Photovoltaikleistung rund 17 Prozent über dem Wert von 2024.
Für Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) zeigt die Entwicklung in die richtige Richtung: "Die Erneuerbaren liefern: Im Juli wurde so viel erneuerbarer Strom produziert wie noch nie in einem Monat zuvor. Diesen Weg müssen wir konsequent weitergehen." Erneuerbar erzeugter Strom sei nicht nur wichtig für den Klimaschutz, sondern auch für die Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit Deutschlands: "Je mehr Strom wir selbst aus Wind und Sonne erzeugen, desto weniger abhängig sind wir von Öl und Gas aus dem Ausland."
Er fordert auch, die Windenergie weiter auszubauen: "Hier müssen noch deutlich mehr Anstrengungen unternommen werden – sowohl an Land wie auch auf See. Jetzt gilt es bei Offshore-Wind die nächsten Ausschreibungen so aufzustellen, dass auch hier wieder mehr Investitionsdynamik stattfindet."