Das rheinland-pfälzische Umweltministerium startet mit dem neuen Förderprogramm eine weitere Solaroffensive.

Das rheinland-pfälzische Umweltministerium startet mit dem neuen Förderprogramm eine weitere Solaroffensive.

Bild: © Rainer Sturm/pixelio.de

Die Netze BW startet einen neuen Service: Rund 90.000 PV-Anlagenbesitzer in Baden-Württemberg erhalten ab sofort jährlich kostenlos eine Übersicht. Diese dokumentiert den eingespeisten Strom und vergleicht ihn über Jahre hinweg mit dem regionalen Durchschnitt. Anlass hierfür sei der verlorene Strom aus privaten Solaranlagen, weil die Geräte nur unterdurchschnittliche Leistung erbrächten, teilt das Unternehmen mit.

Wenn eine Anlage unterdurchschnittlich abschneidet, kann das verschiedene Ursachen haben: defekte Module oder Wechselrichter, veränderte Bedingungen bei der Beschattung, verschmutzte oder veraltete Module, eine schlechte Ausrichtung oder weitere Umwelteinflüsse, um nur einige zu nennen. "Für den Betreiber ist es natürlich ärgerlich, wenn seine Anlage unterdurchschnittlich arbeitet, weil er dann auf Einspeisevergütung verzichtet. Aber auch energiewirtschaftlich sprechen wir über eine relevante Größenordnung", betont Netze-BW-Chef Christoph Müller.

Jede zehnte Anlage sei betroffen

Mehr als jede zehnte ausgewertete Anlage lag 2019 bei der Stromerzeugung 15 Prozent oder mehr unter dem Durchschnitt. "Rechnet man unsere Ergebnisse hoch, kommt man für Baden-Württemberg auf über 200 Gigawattstunden und für ganz Deutschland auf über 1,5 Terawattstunden 'verschenkten' grünen Strom pro Jahr", so Müller. "Das entspricht dem Haushalts-Stromverbrauch ganzer Städte. Mit unserem neuen Service möchten wir einen Beitrag dazu leisten, dass sich daran etwas ändert."

Der Service der Netze BW richtet sich im Wesentlichen an die Betreiber von Anlagen zwischen fünf und 100 Kilowattpeak, die entweder voll ins Netz einspeisen oder für den Überschuss einen eigenen Zähler installiert haben. Der Report basiert auf Daten der gesetzlich vorgeschriebenen Abrechnung der Stromeinspeisung durch die Netze BW und schlüsselt unter anderem die erzeugten Kilowattstunden sowie die eingesparte CO2-Menge in Kilogramm auf.

Farbskala gibt Orientierung

Auf einer Farbskala wird dargestellt, wie die Anlage im Vergleich zu anderen im selben Stadt- oder Landkreis abschneidet. Die Zeitreihe erstreckt sich dabei bis zu sieben Jahre in die Vergangenheit. "Genau diese langfristige Betrachtung ist für die Besitzer spannend", erklärt der Netze BW-Chef. Denn dann sehe der Betreiber zum Beispiel, wenn seine Anlage über die Jahre schwächer geworden sei, und könne entsprechend handeln.

Hier können Sie sich das Muster des Reports herunterladen. (gun)

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