Anträge im Zuge des Förderprogramms «Klimaschutz für Bürgerinnen und Bürger» können vom 16. Januar an online gestellt werden.

Anträge im Zuge des Förderprogramms «Klimaschutz für Bürgerinnen und Bürger» können vom 16. Januar an online gestellt werden.

Bild: © Maryana/Stock.Adobe.com

Thüringen testet in diesem Jahr den großflächigen Einsatz von Balkonsolaranlagen für Mietwohnungen. Für fünf Wohnungsgesellschaften werde eine Projektförderung von insgesamt rund 530.000 Euro zur Verfügung gestellt, teilte das Energieministerium auf Anfrage in Erfurt mit.

Die Ergebnisse der Pilotprojekte in Erfurt, Gera, Sömmerda, Ilmenau und Mühlhausen sollen zeigen, wie sich die Installation der Mini-Solaranlagen für Wohnungsbaugenossenschaften und ihre Mieterinnen und Mieter lohnen könne.

Mut für weitere Genossenschaften

Nach Einschätzung von Energieminister Bernhard Stengele kommt der Solarausbau in Thüringen gut voran - vor allem auf den Dächern von Firmen und Hauseigentümern. "Wichtig sind für uns aber auch Flächen an den Fassaden, etwa bei Wohnungsbaugesellschaften. Die fünf Pilotprojekte sind ein Anstoß, der hoffentlich weitere Wohnungsbaugenossenschaften ermutigt, eigene Balkonmodulprojekte zu starten", sagte der Grünen-Politiker.

Gefördert würden die Wohnungsbaugenossenschaften Erfurt, WOBAG Sömmerda, die Wohnungsbaugenossenschaft Ilmenau, Mühlhausen sowie die Wohnungsbaugenossenschaft Aufbau Gera. Die Projekte würden sich vom Typ und Alter der Wohngebäude unterscheiden. Sie stammten teilweise aus den 1960er Jahren. In einigen Fällen würden Balkone auch erst durch Umbau neu errichtet wie in Sömmerda.

Stromerträge auswerten

Installiert werde Messtechnik, um die Stromerträge auswerten zu können. Ermittelt werden sollen auch Daten, die sich aus verschiedenen Lagen und Ausrichtungen der Solarmodule sowie aus Verschattungen ergeben.

In Erfurt soll das Projekt nach Ministeriumsangaben auch dazu genutzt werden, Erfahrungen für ein mögliches Mieterstrommodell zu sammeln. In Ilmenau solle eine Standardhalterung für die Solarmodule entwickelt und erprobt werden. In Sömmerda gehe es darum, an den Balkonen von Mietwohnungen ein einheitlichen Erscheinungsbild herzustellen.

Start bis Mitte 2024

Das Gros der Projekte soll in der ersten Jahreshälfte Realität werden: Die Wohnungsbaugenossenschaften Erfurt, Gera und Mühlhausen wollen im März mit der Stromgewinnung an Balkonen starten, in Ilmenau sei das bis April und in Sömmerda bis Juli vorgesehen.

In den vergangenen Jahren hatte es einen Boom bei Balkonkraftwerken bundesweit gegeben. (dpa/jk)

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