Die ersten Energiediscounter haben ihre Stromtarife für Neukunden im Schnitt bereits erhöht. Die durchschnittlichen Kosten für den günstigsten verfügbaren Tarif mit Neukundenbonus sind laut dem Vergleichsportal Verivox hier seit Jahresbeginn um rund 6 Prozent angestiegen. Das Online-Portal führt dies insbesondere auf höhere Großhandelspreise zurück. Deren Aufwärtstrend wirke sich besonders früh auf die Angebote von Discountern aus, weil diese besonders knapp kalkulieren müssten, so Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox in einer Pressemitteilung.
Die regionalen und überregionalen Energieversorgern hätten im ersten Halbjahr zwar ihr Preisniveau weiter gehalten. Erhöhungen und Senkungen hielten sich noch die Waage. Die Preissteigerungen im Großhandel deuteten aber auch hier auf einen Aufwärtstrend hin, so Storck.
CO2-Preis legte zwischenzeitlich deutlich zu
Durch die verschärften Bemühungen der EU um den Klimaschutz seien die Preise für CO2-Zertifikate deutlich angestiegen und hätten im Mai 2021 zum ersten Mal die Marke von 50 Euro geknackt. Dadurch seien im Laufe des Jahres auch die Kosten des Betriebs von Kohle- und Gaskraftwerken gestiegen und in der Folge auch die Großhandelspreise für Strom. Im ersten Quartal dieses Jahres lagen sie laut Verivox rund 87 Prozent über dem Vorjahresquartal.
„Die meisten Energieversorger decken sich langfristig mit Strom ein und haben die höheren Börsenstrompreise bisher nicht an ihre Kunden weitergegeben. Sollte sich der Trend bei den Großhandelspreisen für Strom verstetigen, werden langfristig auch die Strompreise für die privaten Haushalte ansteigen“, prognostiziert Thorsten Storck. (hoe)



